Saarbrücken. Bei der 537. Saarbrücker Montagsdemonstration am Montag, 5. Januar 2026, standen internationale politische Entwicklungen im Mittelpunkt. Trotz winterlicher Temperaturen versammelten sich Teilnehmende in der Innenstadt, um Redebeiträgen zu folgen und eigene Positionen einzubringen. Nach Angaben der Veranstalter beteiligten sich auch Personen, die sonst eher im organisatorischen Hintergrund tätig sind, aktiv an der inhaltlichen Gestaltung der Kundgebung.
In mehreren Wortmeldungen wurde insbesondere die Rolle der USA in Venezuela thematisiert. Ein zentraler Forderungspunkt war die Freilassung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro sowie ein Ende der US-Interventionen. Dabei wurde betont, dass diese Forderung nicht zwangsläufig mit einer Unterstützung der Politik Maduros verbunden sei. So hieß es unter anderem: „Unabhängig davon, dass ich überhaupt nicht mit Maduros undemokratischer Politik einverstanden bin – Donald Trump bricht Völkerrecht damit, den Präsidenten Venezuelas zu kidnappen. Das darf nicht durchgehen“.
Kritik richtete sich auch an die Bundesregierung und deren Umgang mit den Ereignissen. Die Einschätzung der Lage als „sehr komplex“ wurde von Rednern deutlich zurückgewiesen. In einem Beitrag wurde erklärt: „Das ist atemberaubend und geradezu beängstigend, wie Kanzler Merz eine Verurteilung des US-Überfalls umschifft. Das heißt: Egal was für Verbrechen die US-Regierung begeht, wir biedern uns an, um Trump bei Laune zu halten für die Unterstützung der Europäer in Bezug auf den Ukraine-Krieg??“
Ein weiterer Redner weitete die Kritik auf die internationale Politik insgesamt aus. „Was zählt da noch? Internationaler Haftbefehl gegen Netanjahu?! – Sch… drauf. Kanzler Merz verspricht ungehinderten Aufenthalt in der BRD bei einem Staatsbesuch. Genozid in Gaza? Sehr sanfte Einwendungen seitens der Bundesregierung“, hieß es. Daraus wurde der Schluss gezogen, internationale Regeln würden zunehmend infrage gestellt: „Die nach rechts rückenden Regierungen schleifen alle diese internationalen Regelungen systematisch Stück für Stück. Die Richtung ist: Faschismus. Richtig, dass wir heute hier dazu ‚Nein!‘ sagen.“
Weitere Redebeiträge beschäftigten sich mit geopolitischen Zusammenhängen, unter anderem mit der sogenannten Monroe-Doktrin, der Rivalität zwischen den USA und China sowie wirtschaftlichen Aspekten wie einer möglichen Umstellung auf Kriegswirtschaft. Die offizielle Begründung der USA für ihr Vorgehen wurde ebenfalls thematisiert. Ein Teilnehmer sagte dazu: „Da wird ganz offen die ‚ehrliche‘ Begründung gegeben: ‚Wir, die USA, müssen Nummer 1 in der Welt bleiben, wir brauchen dafür die Macht über das Öl der ganzen Welt – China soll es nicht bekommen!‘“.
Zum Abschluss fasste die Moderatorin die Diskussion zusammen und verwies auf eine grundsätzliche Ablehnung von Krieg und autoritären Entwicklungen. „Wir müssen uns darauf einstellen, diesen Größenwahn, der von den Gesetzmäßigkeiten des Kapitalismus diktiert wird, wirksam zu entlarven und zu bekämpfen“, erklärte sie und zitierte abschließend Bertolt Brecht: „‚Ohne euch reicht’s für uns schon‘“.
Am Freitag, 17. Januar 2026, ist nach Angaben der Veranstalter eine weitere Demonstration unter dem Motto „Hands off Venezuela!“ geplant. Sie soll um 16 Uhr vor dem Deutsch-Amerikanischen Institut in der Pestelstraße stattfinden. Die nächste Saarbrücker Montagsdemo ist für den 2. Februar 2026 um 18 Uhr an der Europa-Galerie angekündigt.
Quelle: Veranstalter / Pressemitteilung


