Bundesratspräsidentin Anke Rehlinger hat in einer Sondersitzung des mexikanischen Senats für einen weiteren Ausbau der Partnerschaft zwischen Deutschland und Mexiko geworben.
„Wir glauben gemeinsam und zutiefst an Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Mexiko und Deutschland sind föderale Staaten, die Einheit in Vielfalt leben“, sagte Rehlinger in ihrer Rede. Sie betonte die zahlreichen Verbindungen zwischen beiden Ländern – von Kooperationen zwischen Schulen und Universitäten bis hin zu über 2.000 in Mexiko ansässigen deutschen Unternehmen.
Außenpolitisch hätten Deutschland und Mexiko ähnliche Ziele: „Wir lassen uns in einer Welt, die in dieser Zeit mit zunehmendem Druck und Gewalt geopolitisch neu vermessen wird, davon nicht abbringen.“
Auch beim Klimaschutz verwies Rehlinger auf Gemeinsamkeiten: „Während der menschengemachte Klimawandel andernorts noch angezweifelt wird, gefährden seine Folgen längst weltweit Natur, Mensch und Wirtschaft. Das gilt für Europa und alle anderen Teile der Welt, das gilt aber gerade auch für Mexiko.“ Erneuerbare Energien seien dabei die Zukunft: „Sonne, Wind und Wasser schicken keine Rechnung und unterliegen keinen Zöllen, keinem Boykott und keinem Lieferstopp.“ Mexiko sei für Deutschland ein wichtiger Partner. „Uns eint inhaltlich mehr, als uns geographisch trennt. Wir vertrauen auf unsere gemeinsamen Werte und die Kultur des Miteinanders.“
Eröffnet wurde die Sitzung von Senatspräsidentin Laura Itzel Castillo Juárez. Sie hob die enge Zusammenarbeit in Handel, Kultur und Wissenschaft hervor. Besonders die Automobilindustrie sei das Rückgrat beider Volkswirtschaften, zugleich gebe es Potenzial in Bereichen wie erneuerbare Energien, Pharmaindustrie und Digitalisierung.
Rehlinger traf vor ihrer Rede den mexikanischen Arbeits- und Sozialminister Marath Baruch Bolaños López. Für den Nachmittag waren Gespräche mit Energieministerin Luz Elena González Escobar und Wirtschaftsminister Marcelo Ebrard Casaubon vorgesehen.
Mit Blick auf das Saarland erklärte die Ministerpräsidentin, dass sie in einer vertieften Zusammenarbeit mit Mexiko Chancen sieht – unter anderem bei der Gewinnung von Fachkräften für die Pflege, bei Hochschulkooperationen und in der Wirtschaft.
Am Donnerstag, 18. September, stehen Treffen mit der Präsidentin des mexikanischen Abgeordnetenhauses Kenia López Rabadán sowie Besuche in Monterrey auf dem Programm. Dort wird Rehlinger mit Gouverneur Samuel Alejandro García Sepúlveda, der Präsidentin des Kongresses Soledad Castillo Almanza sowie mit Unternehmen und Forschungseinrichtungen zusammenkommen.


