StartPolitikDeutsch-französischer Ausschuss will Alltag in der Grenzregion erleichtern

Deutsch-französischer Ausschuss will Alltag in der Grenzregion erleichtern

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Sitzung in Sarreguemines: Beschlüsse zu Ausbildung, Gesundheitsversorgung und grenzüberschreitenden Regelungen

Der Deutsch-Französische Ausschuss für Grenzüberschreitende Zusammenarbeit (AGZ) ist am 1. Oktober 2026 im Rathaus von Sarreguemines zusammengekommen. Der AGZ spielt eine zentrale Rolle für die europäische Integration in der Grenzregion und bei der Umsetzung des Vertrags von Aachen im Dienste der Bevölkerung beider Länder.

Die zweite Sitzung des Jahres 2026 wurde vom Präfekten der Region Grand Est, Amaury de Saint-Quentin, und dem saarländischen Staatssekretär für Europaangelegenheiten, David Lindemann, geleitet. Ministerpräsidentin Anke Rehlinger nahm in ihrer Funktion als Bevollmächtigte der Länder für

die deutsch-französische Bildungs- und Kulturzusammenarbeit als Ehrengast teil. 

Der Präfekt der Region Grand Est begrüßte die erste Sitzung des AGZ in einem Eurodistrikt und betonte: „Was die Mitglieder des AGZ verbindet, ist das gemeinsame Bestreben, konkrete Maßnahmen umzusetzen, um den Alltag der Menschen in den Grenzregionen zu verbessern, im Einklang mit den Leitlinien des Deutsch-Französischen Ministerrats, der am 17. Juli 2026 in Brühl zusammengekommen ist. Mit Projekten wie denen zur grenzüberschreitenden Berufsausbildung oder zum Zugang zur Gesundheitsversorgung leisten wir einen wesentlichen Beitrag zur Stärkung der deutsch-französischen Beziehungen und zur europäischen Integration zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger unseres gemeinsamen Lebensraums.“ 

David Lindemann ergänzte: „Grenzüberschreitende Zusammenarbeit zeigt ihren Wert dann, wenn sie den Alltag der Menschen tatsächlich einfacher macht. Genau daran arbeiten wir im AGZ: beim Zugang zur Gesundheitsversorgung, bei grenzüberschreitenden Bildungsangeboten und bei Regeln, die auf beiden Seiten der Grenze funktionieren müssen. Die heutigen Beschlüsse bringen uns bei diesen ganz konkreten Fragen weiter“.

In ihrem Redebeitrag zog Frau Rehlinger nicht nur Bilanz zu ihrer Arbeit als Kulturbevollmächtigte sondern ging auch auf die „Frankreichstrategie+“ des Saarlandes ein: „Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit unseren französischen Nachbarn gehört für das Saarland zum Alltag. Mit unserer Frankreichstrategie wollen wir Mehrsprachigkeit und interkulturelle Kompetenzen stärken und vor allem jungen Menschen den Austausch und die Mobilität über die Grenze hinweg erleichtern. So wollen wir die Möglichkeiten unserer besonderen Lage noch besser nutzen und das Saarland als Bindeglied zwischen Deutschland und Frankreich weiter stärken.“ Unter den verschiedenen Tagesordnungspunkten verabschiedete der AGZ folgende Beschlüsse: 

– Empfehlung zum dualen Studium für die Entwicklung der grenzüberschreitenden Ausbildung im Hochschulbereich 

– Entschließung zum Gesundheitskorridor für die Erleichterung des grenzüberschreitenden Zugangs zu Gesundheitsleistungen 

– Entschließung zur grenzüberschreitenden Gesetzesfolgenabschätzung für die Vermeidung neuer Normkonflikte zwischen den beiden Ländern.

Darüber hinaus berichteten die AGZ-Mitglieder über die Fortschritte bei der Umsetzung des Abkommens von Lauterbourg zur grenzüberschreitenden Ausbildung. Bei den Entsendeverfahren knüpft die auf Ebene der Europäischen Union erzielte Einigung zur Vereinfachung der Vorschriften zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit an die bisherige Arbeit des AGZ an. Konkret soll die A1-Bescheinigung künftig bei kurzfristigen Entsendungen von bis zu drei Tagen sowie bei Dienstreisen nicht mehr erforderlich sein.

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