StartFeatureDGB kritisiert Pläne zur Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren

DGB kritisiert Pläne zur Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren

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Die Diskussion über die Zukunft der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren sorgt weiterhin für politischen Streit. Auslöser sind Empfehlungen der Rentenkommission der Bundesregierung, diese Regelung abzuschaffen. Gegen diesen Vorschlag haben sich unter anderem die saarländische Ministerpräsidentin Anke Rehlinger sowie weitere Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten ausgesprochen.

Unterstützung erhält diese Position vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) Rheinland-Pfalz/Saarland. Der saarländische DGB-Vorsitzende Timo Ahr begrüßte den Widerspruch gegen die Empfehlungen der Rentenkommission. Wer nach 45 Jahren Berufstätigkeit die abschlagsfreie Rente infrage stelle, sende „ein fatales Signal an Millionen Beschäftigte“, erklärte Ahr. Die Lebensleistung der Betroffenen werde dadurch nicht ausreichend gewürdigt.

Nach Auffassung des DGB handelt es sich bei der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren nicht um ein Privileg, sondern um eine Frage der Gerechtigkeit. Menschen, die über Jahrzehnte gearbeitet und Beiträge zur Rentenversicherung geleistet hätten, verdienten einen Ruhestand ohne Rentenabschläge. Ahr bezeichnete die gesetzliche Rente als Ergebnis einer langjährigen Erwerbsbiografie und nicht als Sozialleistung.

Kritisch äußerte sich der Gewerkschaftschef zudem zu Forderungen nach einer weiteren Anhebung des Renteneintrittsalters. Gerade Beschäftigte in körperlich belastenden Berufen wie der Pflege, der Stahlindustrie oder dem Bau würden häufig an die Grenzen ihrer Belastbarkeit gelangen. Statt über eine längere Lebensarbeitszeit zu diskutieren, müsse stärker darauf hingearbeitet werden, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gesund das Rentenalter erreichen könnten.

Auch zur Finanzierung der gesetzlichen Rentenversicherung bezog der DGB Stellung. Nach Ansicht Ahrs lasse sich die langfristige Stabilität des Systems vor allem durch mehr sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, höhere Löhne und eine stärkere Tarifbindung sichern. Einschnitte bei den Leistungen lehnt der Gewerkschaftsbund dagegen ab.

Im Rahmen seiner bundesweiten Kampagne „Hart verdient! Deine Arbeit. Deine Gesundheit. Deine Rente.“ will der DGB in den kommenden Monaten für den Erhalt des Sozialstaats werben. Höhepunkt der Kampagne soll ein bundesweiter Aktionstag am 26. September 2026 sein. Die zentrale Veranstaltung für Rheinland-Pfalz und das Saarland ist nach Angaben des DGB in Saarbrücken geplant.

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