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Frauen Union Saar fordert Präventionswende – Anja Wagner-Scheid mit 98,64 Prozent im Amt bestätigt

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Die Frauen Union Saar hat auf ihrem Landesdelegiertentag in Ormesheim ihre Vorsitzende Anja Wagner-Scheid mit einem klaren Ergebnis von 98,64 Prozent im Amt bestätigt. Die 51-jährige Landtagsabgeordnete aus Friedrichsthal bleibt damit politische Spitzenvertreterin der Organisation und kündigte an, die inhaltlichen Schwerpunkte der vergangenen Jahre konsequent fortzuführen. Im Mittelpunkt steht eine grundlegende Präventionswende in der Frauengesundheit.

Wagner-Scheid betonte die bestehenden strukturellen Defizite im deutschen Gesundheitssystem: „Frauen sind keine kleinen Männer. Sie werden anders krank und müssen anders behandelt werden. Viele Medikamente werden aber ausschließlich an Männern getestet.“ Sie forderte, den weiblichen Körper stärker in Forschung und medizinischer Ausbildung zu berücksichtigen und frauenspezifische Erkrankungen wie Endometriose oder Beschwerden in den Wechseljahren gezielt aus der Tabuzone zu holen. Außerdem müsse der Gender Health Gap ebenso wie der Gender Data Gap geschlossen werden. Die elektronische Patientenakte und ein leistungsfähiges Forschungsdatenzentrum könnten entscheidende Instrumente dafür sein.

Nach Ansicht der Frauen Union müsse Prävention zum Leitprinzip einer modernen Gesundheitsversorgung werden – lebensphasenorientiert, arbeitsweltbezogen und mit einem besonderen Fokus auf Gewaltprävention. Dazu gehöre eine flächendeckende Versorgung mit frauenspezifischen Vorsorgeangeboten sowie eine breite Sensibilisierung für geschlechterbezogene Gesundheitsrisiken.

Bei einer Podiumsdiskussion mit Bundesgesundheitsministerin Nina Warken, der Epigenetikerin Prof. Dr. Julia Schulze-Hentrich (Uniklinik Homburg) und Prof. Dr. Jörg Loth (IKK Südwest) wurden die Herausforderungen vertieft. Anschließend verabschiedeten die Delegierten einstimmig einen Leitantrag zur Schließung der bestehenden Daten- und Versorgungslücken.

Die Frauen Union Saar hat sich bereits 2024 und 2025 umfassend mit frauengesundheitlichen Themen beschäftigt, darunter Endometriose, Wechseljahre, Hautkrebsprävention und Herzerkrankungen bei Frauen. Diese Fachveranstaltungen sollen fortgeführt werden.

Wagner-Scheid machte zudem deutlich, dass der Gewaltschutz von Frauen weiterhin ein zentrales Anliegen bleibt. Angesichts der Polizeilichen Kriminalstatistik, die für 2024 2.486 Anzeigen wegen häuslicher Gewalt im Saarland ausweist, sowie sieben Femiziden, fordert sie verstärkte Maßnahmen: „Die elektronische Fußfessel, die im Saarland nun seit April angeordnet werden kann, kann Frauen besser schützen, steht aber erst am Ende einer langen Gewaltspirale. Wir müssen folglich die Beratung für von Gewalt betroffene Frauen weiter verbessern und auch mehr Frauenhausplätze schaffen.

Als stellvertretende Landesvorsitzende wurden Sandra Bast und Susanne Glück wiedergewählt. Neu im Team ist Christiane Böning aus Saarlouis. Der Vorstand wird durch Vertreterinnen aus allen saarländischen Landkreisen und dem Regionalverband Saarbrücken komplettiert.

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