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SPD bleibt stärkste Kraft – AfD zieht als zweitstärkste Partei in die Regionalversammlung ein

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Bei der Neuwahl der Regionalversammlung erreicht die SPD 25,79 Prozent. Die AfD kommt auf 22,83 Prozent und liegt damit vor der CDU. In vier der zehn Städte und Gemeinden wird sie stärkste Kraft.

Bei der Neuwahl der Regionalversammlung des Regionalverbandes Saarbrücken ist die SPD stärkste Partei geblieben. Nach dem am Sonntagabend veröffentlichten vorläufigen Ergebnis erreicht sie 25,79 Prozent der gültigen Stimmen. Dahinter folgt die AfD mit 22,83 Prozent. Die CDU fällt mit 18,94 Prozent auf den dritten Platz.

Alle 335 Schnellmeldungen waren am Abend eingegangen. Von 243.676 Wahlberechtigten beteiligten sich 98.810 an der Wahl. Die Wahlbeteiligung lag damit bei 40,55 Prozent. Von den abgegebenen Stimmen waren 97.450 gültig.

Das Ergebnis im Regionalverband

SPD bleibt stärkste Kraft – AfD zieht als zweitstärkste Partei in die Regionalversammlung ein

In der 45-köpfigen Regionalversammlung erhält die SPD zwölf Sitze. Auf die AfD entfallen zehn und auf die CDU neun Mandate. Die Grünen sind künftig mit sechs, die Linke mit vier und die FDP mit zwei Mitgliedern vertreten. BSW und bunt.saar erhalten jeweils einen Sitz.

Eine Partei allein verfügt damit nicht über eine Mehrheit. Rechnerisch sind mehrere Bündnisse möglich. Aussagen über die künftige Zusammenarbeit lassen sich aus dem Wahlergebnis allein jedoch nicht ableiten.

AfD in vier Kommunen stärkste Kraft

Der Blick auf die einzelnen Städte und Gemeinden zeigt deutliche Unterschiede. Die SPD wird in Saarbrücken, Heusweiler, Kleinblittersdorf und Quierschied stärkste Kraft. Die CDU liegt in Püttlingen und Riegelsberg vorne.

Die AfD erzielt in Friedrichsthal, Großrosseln, Sulzbach und Völklingen jeweils das beste Ergebnis. Ihren höchsten Stimmenanteil erreicht sie in Friedrichsthal mit 34,44 Prozent, knapp gefolgt von Sulzbach mit 34,31 Prozent. In Völklingen kommt sie auf 31,85 Prozent.

Besonders eng fällt das Ergebnis in Großrosseln aus: Dort liegt die AfD mit 27,97 Prozent nur 0,84 Prozentpunkte vor der CDU. Auch in Quierschied liegen die drei stärksten Parteien dicht beieinander. Die SPD erreicht dort 26,64 Prozent, die AfD 25,54 Prozent und die CDU 24,96 Prozent.

Die Ergebnisse aller Parteien in den Kommunen

Die AfD-Ergebnisse schwanken zwischen 18,38 Prozent in Riegelsberg und 34,44 Prozent in Friedrichsthal. In allen zehn Kommunen erreicht sie mindestens 18 Prozent.

In der Landeshauptstadt Saarbrücken kommt die AfD auf 20,12 Prozent. Sie liegt dort hinter der SPD mit 25,76 Prozent, aber vor den Grünen mit 16,23 Prozent und der CDU mit 15,66 Prozent.

AfD-Ergebnisse im Einzelvergleich

Die Grünen erzielen ihr bestes Ergebnis in Saarbrücken mit 16,23 Prozent. Es folgen Riegelsberg mit 12,21 Prozent und Kleinblittersdorf mit 9,85 Prozent. Am schwächsten schneiden sie in Großrosseln mit 4,87 Prozent ab.

Die Linke erreicht ihre höchsten Stimmenanteile ebenfalls in Saarbrücken und Riegelsberg. In der Landeshauptstadt kommt sie auf 11,02 Prozent, in Riegelsberg auf 10,61 Prozent. In den übrigen Kommunen bleibt sie unter acht Prozent.

Die FDP erzielt mit 8,04 Prozent ihr deutlich bestes Ergebnis in Heusweiler. In Großrosseln kommt sie auf 2,79 Prozent. Das BSW ist in Völklingen mit 4,86 Prozent am stärksten, gefolgt von Kleinblittersdorf mit 4,77 Prozent und Großrosseln mit 4,41 Prozent.

bunt.saar erreicht sein bestes Ergebnis in Saarbrücken mit 2,69 Prozent. In Riegelsberg kommt die Wählervereinigung auf 1,19 Prozent.

Niedrigste Wahlbeteiligung in Völklingen

Die höchste Wahlbeteiligung verzeichnet Kleinblittersdorf mit 49,32 Prozent. Es folgen Großrosseln mit 45,81 Prozent, Heusweiler mit 44,21 Prozent und Quierschied mit 44,09 Prozent.

Am niedrigsten ist die Beteiligung in Völklingen mit 33,21 Prozent. Auch in Sulzbach und Friedrichsthal bleiben jeweils mehr als 60 Prozent der Wahlberechtigten der Abstimmung fern.

Vergleich mit 2024 nur eingeschränkt möglich

Bei der später für ungültig erklärten Wahl vom Juni 2024 hatte die CDU 32,2 Prozent erreicht. Die SPD kam auf 29,6 Prozent, die Grünen auf 10,8 Prozent, die Freien Wähler auf 8,6 Prozent, die Linke auf 7,4 Prozent und die FDP auf 6,4 Prozent. Die AfD war damals nicht zur Wahl zugelassen.

Ein direkter Vergleich ist daher nur eingeschränkt aussagekräftig. Bei der Neuwahl standen mit AfD und BSW zusätzliche politische Angebote zur Verfügung, während die Freien Wähler und Saarland für Alle nicht mehr auf dem Stimmzettel vertreten waren. Zudem sank die Wahlbeteiligung von 59,6 auf 40,55 Prozent.

Rein rechnerisch verliert die SPD gegenüber 2024 rund 3,8 Prozentpunkte und einen Sitz. Die CDU verliert etwa 13,3 Prozentpunkte und sechs Mandate. Die Grünen gewinnen rund 1,8 Prozentpunkte und einen Sitz, die Linke etwa 1,6 Prozentpunkte und ebenfalls ein Mandat. Die FDP verliert rund 1,5 Prozentpunkte und einen Sitz. bunt.saar hält sein Mandat.

Die AfD zieht mit zehn Sitzen neu in die Regionalversammlung ein und stellt dort künftig die zweitstärkste Gruppe.

Neuwahl nach erfolgreicher Wahlanfechtung

Die Regionalversammlung musste neu gewählt werden, nachdem die Wahl vom 9. Juni 2024 gerichtlich für ungültig erklärt worden war. Vorausgegangen war eine Wahlanfechtung im Zusammenhang mit der Nichtzulassung eines AfD-Wahlvorschlags. Nach der gerichtlichen Entscheidung wurde eine vollständige Wiederholung der Wahl zur Regionalversammlung notwendig.

Die gleichzeitig 2024 durchgeführte Wahl der Regionalverbandsdirektorin war davon nicht betroffen und wurde am Sonntag nicht wiederholt.

Commerçon: SPD bleibt stärkste Kraft

Der Saarbrücker SPD-Vorsitzende Ulrich Commerçon wertete das Ergebnis als gute Nachricht für seine Partei. Die SPD habe ihr Ergebnis „weitestgehend gehalten“ und bleibe stärkste Kraft.

Zugleich erklärte Commerçon, die Strategie der CDU im Umgang mit der AfD sei gescheitert: „Wer der AfD hinterherläuft, schwächt sie nicht, sondern macht sie stärker.“ Wer eine starke AfD verhindern wolle, müsse im Saarland SPD wählen.

Die Linke sieht sozialen Kurs bestätigt

Die Linke wertet ihre 9,03 Prozent und den Zuwachs von drei auf vier Sitze als Bestätigung ihres politischen Kurses. Das Ergebnis gebe der Partei Rückenwind für die Saarbrücker Stadtratswahl und die Landtagswahl 2027, erklärte Kreisvorsitzender David Amri.

„Mehr statt weniger Soziales, bezahlbares Leben, eine starke kommunale Daseinsvorsorge und eine Politik, die die Interessen der Menschen in den Mittelpunkt stellt, werden gebraucht“, sagte Amri.

Fraktionsvorsitzender Jürgen Trenz sieht in dem Ergebnis einen Auftrag, den bisherigen Weg fortzusetzen. Als Schwerpunkte nannte er eine starke soziale Infrastruktur, die finanzielle Ausstattung der Kommunen und die Zukunft der SHG-Kliniken in Völklingen und auf dem Saarbrücker Sonnenberg.

Bei den Aussagen von SPD und Linken handelt es sich um politische Bewertungen der jeweiligen Parteien. Stellungnahmen der übrigen Parteien lagen saarnews zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch nicht vor.

Alle Zahlen beruhen auf den am 30. August 2026 veröffentlichten vorläufigen Ergebnissen. Maßgeblich ist die spätere Feststellung durch den Regionalverbandswahlausschuss.

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