Die SPD-Landtagsfraktion im Saarland hat einen Vorschlag zur Gestaltung digitaler Kommunikation vorgelegt. Demnach sollen Sprachnachrichten künftig standardmäßig auf eine Länge von 59 Sekunden begrenzt werden. Längere Nachrichten wären weiterhin möglich, müssten jedoch bewusst verlängert und mit einem Hinweis zum Inhalt versehen werden.
Nach Angaben der Fraktion zielt der Vorschlag darauf ab, den Umgang mit Sprachnachrichten im Alltag übersichtlicher und effizienter zu gestalten. Der digitalpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Damhat Sisamci, verwies darauf, dass Sprachnachrichten zwar ein etabliertes Kommunikationsmittel seien, in der Praxis jedoch häufig deutlich länger ausfielen als notwendig.
Aus Sicht der SPD handelt es sich dabei auch um eine Frage der gegenseitigen Rücksichtnahme. Kurze Mitteilungen könnten in vielen Fällen kompakt formuliert werden, während bei längeren Nachrichten eine klare Struktur und eine frühzeitige Benennung des Themas sinnvoll seien.
Im Zuge des Vorschlags wird auch über eine mögliche Kennzeichnung längerer Sprachnachrichten nachgedacht. Diese könnte darauf hinweisen, wann die eigentliche Kernaussage folgt oder ob die Information alternativ auch in Textform hätte übermittelt werden können.
Der Vorschlag ist bislang nicht Teil eines konkreten Gesetzgebungsverfahrens, sondern wird als Impuls für eine Diskussion über digitale Kommunikationskultur verstanden. Eine Umsetzung würde zudem Fragen der technischen Realisierbarkeit sowie der Zuständigkeiten betreffen.
Eine Reaktion anderer Fraktionen oder der Landesregierung lag zunächst nicht vor.


