StartPolitikSPD-Fraktion fordert stärkere Berücksichtigung von Frauengesundheit

SPD-Fraktion fordert stärkere Berücksichtigung von Frauengesundheit

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  • Christina Baltes kritisiert Defizite bei Forschung, Diagnostik und Versorgung von Frauen
  • Saarländischer Landtag beschließt Maßnahmen zur geschlechtersensiblen Medizin
  • Zentrum an der Universität des Saarlandes soll Forschung zu frauenspezifischen Gesundheitsfragen stärken

Anlässlich des Internationalen Aktionstags für Frauengesundheit am 28. Mai hat die frauenpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion im Saarländischen Landtag, Christina Baltes, eine stärkere Berücksichtigung geschlechterspezifischer Unterschiede in Medizin und Gesundheitsversorgung gefordert.

Baltes erklärte, dass sich die Medizin über viele Jahre überwiegend am männlichen Körper orientiert habe. Dies habe unter anderem zur Folge, dass Krankheiten bei Frauen häufiger später erkannt oder Symptome anders bewertet würden. Frauengesundheit sei daher kein Randthema, sondern betreffe die Qualität des gesamten Gesundheitswesens.

Die SPD-Landtagsfraktion verweist in diesem Zusammenhang auf einen im März beschlossenen gemeinsamen Antrag von SPD und CDU im Saarländischen Landtag. Ziel sei es, geschlechtersensible Medizin stärker im Gesundheitswesen zu verankern sowie Forschung, Ausbildung und Prävention entsprechend weiterzuentwickeln.

Nach Angaben der Fraktion sollen unter anderem frauenspezifische Erkrankungen intensiver erforscht und geschlechtsspezifische Unterschiede stärker in Studium und medizinischer Ausbildung berücksichtigt werden. Auch Präventionsangebote und Krebsfrüherkennung sollen demnach weiter angepasst werden.

Baltes verwies dabei beispielhaft auf Erkrankungen wie Endometriose oder unterschiedliche Symptome bei Herzinfarkten. Diese würden bei Frauen häufig später erkannt, was Auswirkungen auf die Versorgung habe.

Eine besondere Rolle nimmt nach Angaben der SPD-Fraktion das Centrum für geschlechtsspezifische Biologie und Medizin (CGBM) an der Universität des Saarlandes und dem Universitätsklinikum des Saarlandes in Homburg ein. Das Zentrum beschäftigt sich seit 2023 mit biologischen und medizinischen Unterschieden zwischen den Geschlechtern und entwickelt daraus Ansätze für Diagnostik, Prävention und Therapie.

Die Landesregierung habe Frauengesundheit zudem als Schwerpunkt ihrer Gleichstellungsstrategie definiert. Nach Ansicht der SPD-Fraktion müsse gesundheitliche Chancengleichheit über alle Lebensphasen hinweg berücksichtigt werden – von der Aufklärung über Forschung und Ausbildung bis hin zur konkreten medizinischen Versorgung.

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