Fast sechs Monate dauert schon der Krieg mit dem Iran. Begonnen wurde er mit gemeinsamen Militärschlägen Israels und der USA. Die vorgeblichen Kriegsziele waren der Sturz des Mullah-Regimes zur Befreiung der Bevölkerung von islamistischer Unterdrückung, die vollständige Zerstörung oder Beendigung des iranischen Atomprogramms und ein Ende der Bewaffnung und Finanzierung der terroristischen Verbündeten, insbesondere Hisbollah und Huthi-Rebellen.
Was wurde erreicht? Das Regime wurde gefestigt, die Revolutionsgarden gestärkt, das Atomprogramm ist eingebunkert, die Hisbollah wurde nicht entwaffnet und die Huthi-Rebellen sind weiterhin sehr aktiv. Dafür aber wurde eine der wichtigsten Routen der internationalen Frachtschifffahrt nahezu blockiert, die Ölpreise stiegen weltweit (ebenso die Profite der Ölmultis) und die jüdischen Siedler im Westjordanland haben nahezu freie Hand bei der Vertreibung der Palästinenser. In Israel hat sich die Regierung weiter radikalisiert, bis hin zu Mord-Aufrufen des Sicherheitsministers Ben-Gvir. Er fordert aktuell zur Tötung von 30 – 40 Menschen am Tag in Gaza auf.
Kaum Berichte liegen vor über die Lage der Bevölkerung im Iran unter dem Terror-Regime des „Gottesstaats“. Hatte man zu Beginn des Jahres 2026 noch weltweit die Demonstrationen für Freiheit gespannt beobachtet, folgte nach deren gewaltsamer Niederschlagung auch im Westen Resignation.
In einem Akt beispiellosen Zynismus behauptete Donald Trump noch im Februar, er wollte das iranische Volk befreien, nur um kurze Zeit später zu drohen, er werde das Land in die Steinzeit zurück bomben. Seitdem ist für die globale Öffentlichkeit das iranische Volk medial erledigt, zum Objekt der Ereignisse degradiert.
Der amerikanische Vizepräsident JD Vance erläuterte in einem Interview mit Fox-News am 13. August die neuen Kriegsziele, die vor einer Waffenruhe erreicht sein müssten: Erstens: „Es geht darum, sicherzustellen, dass die Golfstaaten weiterhin Öl und Gas in die Weltwirtschaft liefern, damit wir eine Stabilität der Energiepreise erreichen“ (…) „das ist Ziel Nummer eins: Öl und Gas für Amerikaner im ganzen Land günstig zu halten.“ Er fügte an: „und dann ist natürlich Ziel Nummer zwei sicherzustellen, dass Iran niemals eine Atombombe erhält.“ Im Vordergrund stehen also nur noch die Öffnung der Straße von Hormus für den Handel und damit verbunden niedrigere Benzinpreise. So wie vor dem genialen Feldzug der Waffenbrüder Trump und Netanjahu – nur unter schlechteren Bedingungen.
Die iranische Bevölkerung kommt nicht mehr vor. Weder in der US-Propaganda noch in der breiten Berichterstattung europäischer Medien. Sie hat den Krieg bereits verloren.
Mit dem Slogan „Frau, Leben, Freiheit!“ haben Tausende unter Einsatz ihres Lebens im Iran für Menschenrechte und gegen religiöse Unterdrückung gekämpft. Viele wurden ermordet. Es ist bitter und beschämend für uns alle, dass ihr Schicksal weniger zählt als unser Wohlstand.
Quellen: Zitat Vance gemäß CNN-News 16.08.2026, Wikipedia über Ben-Gvir

