„Herr, es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß“, lautet die erste Zeile von Rainer Maria Rilkes Gedicht „Herbsttag“. Groß war der Sommer 2025 auch in ökonomischer Sicht. Die wirtschaftlichen Schäden durch extreme Wetterereignisse im Zeitraum Juni bis August belaufen sich in Europa auf 43 Milliarden Euro. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Universität Mannheim in Zusammenarbeit mit der Europäischen Zentralbank.
Untersucht wurden 1160 europäische Regionen, von denen 96 von Hitzewellen, 195 von Dürre und 53 von Überschwemmungen betroffen waren. Sie lagen hauptsächlich in Südeuropa. Die wirtschaftlichen Auswirkungen bestehen unter anderem in direkten Schäden (z.B. an Gebäuden, Infrastruktur oder auf landwirtschaftlichen Flächen), Produktionsausfällen oder Unterbrechungen von Lieferketten. Sie beeinflussen damit die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit in ganz Europa.
Quelle: Pressemitteilung mit weiteren Einzelheiten und Schlussfolgerungen des Forschungsteams. Extreme Wetterereignisse im Sommer 2025: Europa drohen längerfristig 126 Milliarden Euro Verlust | Universität Mannheim
Dass extreme Wetterereignisse in den letzten Jahren weltweit zugenommen haben, führt auch die Münchener Rückversicherung auf den Klimawandel zurück. Sie beziffert in einem Newsletter vom April 2025 die im Vorjahr durch Naturkatastrophen verursachten Schäden auf 320 Milliarden US Dollar. „Bei vielen der beobachteten Wetterkatastrophen geht die Wissenschaft davon aus, dass sie durch den Klimawandel häufiger und heftiger ausfallen. (…) Die elf vergangenen Jahre waren die wärmsten seit Beginn der Aufzeichnungen. (…) Der Klimawandel ist Realität und beeinflusst wetterbedingte Naturkatastrophen rund um den Globus“, schreibt die Versicherung.
Diese und weitere Ausführungen der Profis für Risikomanagement sind interessant für alle, die sich nüchtern und faktenbasiert mit dem Thema Klimawandel befassen wollen:
Der Klimawandel und die Folgen | Munich Re
Die Forscher aus Mannheim schlussfolgern: „Extreme Wetterereignisse sind keine weit entfernte Bedrohung mehr – sie beeinflussen bereits heute die wirtschaftliche Entwicklung in Europa.“ Und die Versicherer aus München sind sich sicher: „Der Klimawandel macht entschlossenes Handeln zwingend notwendig, um die Erderwärmung auf langfristig deutlich unter 2 °C, möglichst auf 1,5°C gegenüber dem vorindustriellen globalen Temperaturniveau zu begrenzen.“


