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Trump dreht frei, die Mullahs haben nichts zu verlieren, Israel hat einen Plan und wir zahlen die Zeche

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In der Nacht zum 19. Tag des Krieges im Iran konnte man bei CNN eine bemerkenswerte Nachricht lesen: Der von Donald Trump selbst eingesetzte Direktor des National Counterterrorism Center, Joe Kent, erklärt seinen Rücktritt. Als Veteran zahlreicher Einsätze u.a. im Irak könne er den andauernden Krieg im Iran nicht „mit gutem Gewissen unterstützen.“ Kent deutete an, dass die Regierung gelogen habe, als sie behauptete, der Iran stelle eine „unmittelbare“ Bedrohung für die USA dar. Dagegen habe Israel mit Hilfe seiner starken Lobby die Vereinigten Staaten in einen Krieg gelockt, der „dem amerikanischen Volk keinen Nutzen bringt und die Kosten amerikanischer Leben nicht rechtfertigt.“

Nun ist Joe Kent durchaus umstritten als rechtsorientierter Hardliner, auch Antisemitismus wird ihm vorgeworfen. Unbestritten aber ist auch seine Zugehörigkeit zum inneren Zirkel der Macht. Der Direktor des Nationalen Zentrums für die Terrorabwehr besetzte eine Schlüsselrolle im Sicherheitsapparat mit Zugang zu relevanten Informationen. Auf dieser Grundlage bittet er Trump inständig, seinen Kurs zu ändern. Er habe es in der Hand („you have the cards“), die Nation auf einen neuen Weg zu führen oder zuzulassen, dass sie weiter abgleite in Niedergang und Chaos. Kent macht in seinem Rücktrittsschreiben deutlich, dass er aus einer persönlichen Betroffenheit handelt. Seine erste Frau kam im Irakkrieg bei einem Anschlag ums Leben, in einem Krieg, den er ebenfalls dem Einfluss Israels zuschreibt („in a war manufactured by Israel“).

Natürlich wurde Kent nach seinem Rücktritt durch Trump in bekannter Weise als unfähig abgekanzelt. Der Rücktritt ist ein weiteres Indiz für die Planlosigkeit, mit der ein völlig frei drehender Egomane Schockwellen durch die USA und die Weltordnung jagt. Dass Trump durch Netanjahu über die Erfolgsaussichten des Krieges getäuscht wurde, liegt eher nahe, als dass es auszuschließen ist. Er träumte von einem siegreichen Coup mit sich als Helden. Seinem Umfeld dürfte das ebenso klar sein wie Kent. Dennoch versucht sein Kabinett verzweifelt mit immer neuen Narrativen die Planlosigkeit und den kognitiven Verfall ihres Präsidenten zu kaschieren.

Die Regierung Israels lässt dagegen in ihren Äußerungen keinen Zweifel daran aufkommen, dass sie einen klaren Plan verfolgt. Sie strebt eine „neue Ordnung“ im Nahen Osten an, mit einer langfristigen israelischen Dominanz über Gaza, das Westjordanland und Teile des Libanons. Die sunnitischen Staaten sollen die Position Israels anerkennen, die Zwei-Staaten-Lösung soll beerdigt und innenpolitisch der Rechtsruck durch Abbau demokratischer Strukturen verstetigt werden.

Der mörderische „Gottesstaat“ Iran erweist sich derweil administrativ und militärisch als stark genug, den Preis für Israels Pläne und Trumps Träume massiv zu erhöhen. Das Regime hat nichts zu verlieren. Der „Militärschlag“ wird zum Krieg, der militärische Krieg zum Wirtschaftskrieg. Öl, Gas und Düngemittel werden verknappt und verteuert. Die Zeche zahlen weltweit Wirtschaft und Verbraucher.

Trump wäre nicht Trump, wenn er die Schuld für seinen Schlamassel nicht bei anderen suchen würde. Da bieten sich als erste die Europäer an. Sollte sein Feldzug scheitern, wird das in erster Linie an deren fehlender Unterstützung gelegen haben. Ein willkommener weiterer Schritt zur Schwächung der Nato und der Ukraine – zur Freude von Putin.

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