Dienstag, März 9, 2021

Rollifahrerin Julia Würthen trainiert für Olympia

Politik

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Ein Beitrag von Lothar Ranta

Julia Würthen, die dieses Jahr 18 Jahre wird, ist von Geburt an querschnittsgelähmt und inzwischen eine hoffnungsvolle Nachwuchsathletin im saarländischen Rollstuhlsport. Sie freut sich schon auf die Paralympischen Spiele 2021 in Tokio und die Medaillen, die sie in ihrer Altersklasse  für Deutschland gewinnen wird. Jetzt hat sie noch über ein Jahr Zeit um jeden Samstag mit ihrer Gruppe in der großen Leichtathletikhalle der Herrmann-Neuberger-Sportschule des Landessportverbandes Saarland(LSVS) in Saarbrücken zu trainieren. Fast alle Athleten aus ihrer Gruppe kommen aus dem südwestdeutschen Raum. Julia wird jeden Samstag von ihrer Mutter von Bitburg nach Saarbrücken zum Paralympischen Trainingsstützpunkt Saarbrücken gefahren.

Ein Rennrollstuhl ist ein Sportgerät, das Rollstuhlfahrern die Möglichkeit gibt, einen Sport, der dem des Laufens in der Leichtathletik sehr ähnlich ist, auszuüben. Dabei sind fast alle Distanzen, wie in der Leichtathletik, als Wettkampfstrecke möglich. Im Behinderten- und Rehabilitationssporterband Saar (BRSV) sind außer Rollstuhlsport Boccia, Bosseln, Blindensport, Flugball, Fußballtennis, Kegeln, Leichtathletik, Rollstuhlsport, Schwimmen, Sitzball und Tischtennis vertreten.

Julia ist die Jüngste in ihrer Gruppe der Rennstuhlfahrer in Saarbrücken. Mit ihrer offenen Art und positiven Lebenseinstellung ist sie als Sprecherin der Gruppe gut geeignet. Sie nennen sich selber die Rollifahrer. Julias Lebensweg und viele ihrer sportlichen Erfolge sind auf ihrer Homepage „Rennferkel“ nachzulesen. Beruflich macht sie zurzeit ihr Fachabitur und möchte sich bei der Polizei bewerben.

Wolfgang Blöchle, Landestrainer Rollstuhl-Leichtathletik und Trainer für den Rolli-Kader-Nachwuchs im BRS(Behinderten- und Rehabilitationssportverband Saar) gründete 2016 eine entsprechende Abteilung im TV Püttlingen(TVP). Bei der diesjährigen Auftaktveranstaltung des Vereins wurde Blöchle für seinen Einsatz im BRS geehrt. Im Dezember 2019 erhielt er unter anderem auch dafür die Sportplakette des Saarlandes. Julia kann in ihrer kurzen Laufbahn schon etliche Erfolge vorweisen. Sie erhielt vom TVP eine Ehrenurkunde für ihre sportlichen Erfolge in Irland 2018 bei den Junioren-Weltmeisterschaften. Sie errang den 2. Platz auf 100 Meter und für 200- und 400 Meter jeweils den 3. Platz.

Dass die Rollis an der Sportschule des LSVS trainieren können, mussten sie in einem Sportverein Mitglied werden. Für den TVP war es selbstverständlich, zumal der Verein schon immer eine hervorragende Leichtathletikabteilung und guten Kontakt zu Wolfgang Blöchle hatte.

Die erste große Juniorenmeisterschaft 2013 in der Schweiz war der Auftakt für Julias  Erfolge. Dort war sie zwar noch keine Gewinnerin aber dafür mit 11 Jahren umso erfolgreicher beim Internationalen Stadionfest in Berlin. Bei den Süddeutschen Meisterschaften 2014 im Rollstuhlschnellfahren gewann sie mit ihrem Team eine Goldmedaille. Bei dem Projekt „Rio ruft“ konnte Julia trotz großer Konkurrenz in 100- und 200 Metern den 3. Platz erringen. Im selben Jahr gewann sie die die Bronze-Medaille bei den Internationalen Meisterschaften in der Leichtathletik der Behinderten in Berlin. Großen Erfolg hatte sie auch bei den Süddeutschen Meisterschaften in Singen(Baden-Württemberg). Dort wurde sie zweimal Dritter und einmal Vierter. Das Saisonhighlight in Nottwil(Schweiz) konnte die damalige 13-Jährige persönliche Bestzeiten erringen. Inzwischen hatte Julia einen Arbeitsnamen erhalten „Rennferkel“, der auch ihr Markenzeichen wurde. August 2016 startete an vier Wettkämpfen mit neuen persönlichen Bestzeiten. Es folgten der 23. Bitburger Stadtlauf und das 15. Flutlichtmeeting in Trier. Ein tolles Erlebnis war der 1. Übersee-Wettkampf 2018 in Athlone, Irland, bei den Junior-World-Games. In Breda, Niederland, hatte sie etwas Pech. Aber zum Siegen gehören auch Niederlagen die sie auch anspornten. In Erfurt 2020 bei den Deutschen Hallenmeisterschaften gewann Julia wieder in ihrer Klasse in 200 und 400 Metern den 1. Platz.

Julia Würthen kann bisher auf eine stolze Bilanz zurück sehen. Der Trainer und ihre Mannschaftkameraden sind stolz auf sie. Sie will, aber muss nicht immer Erste sein. Mit ihrem gesunden Ehrgeiz, Optimismus und starken Willen wird sie sicherlich noch viele Siege gewinnen.

Regionalverband Saarbrücken

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