Mit 4-2 entschied der Drittligist aus Saarbrücken das Pokalfinale gegen den Regionalligisten aus Homburg. In Halbzeit eins wurde der FCS seiner Favoritenrolle in keinster Weise gerecht und lag verdient zurück. Nach der Pause drehte die Mannschaft von Argirios Giannikis jedoch auf und schlug den Außenseiter klar und deutlich.

An einem sommerlichen Tag im Mai trafen die beiden stärksten Teams des diesjährigen Saarlandpokals, der FC 08 Homburg und der 1.FC Saarbrücken, im Finale aufeinander. Der Anstoß dieser Hitzeschlacht folgte um 16:30. Die ungewohnte Anstoßzeit rührt daher, da die Begegnung Teil des Tags der Amateure ist, den der DFB jährlich austrägt. An diesem werden alle Landespokalfinals über den Tag hinweg verstreut, um möglich viele Zuschauer vor den Fernseher zu bekommen. Dabei kommt es schließlich zu Anstoßzeiten wie 11:30 oder wie in diesem Fall 16:30.
Die mitgereisten Homburger feierten ihren Finalzug zu Beginn durch eine Choreo inklusive Bengalos. Die erste Gelegenheit gehörte dem FCH. Markus Mendler kam vor dem Sechzehner frei zum Abschluss, setzte seinen Ball allerdings vorbei.
Saarbrücken begann enorm schläfrig. Nach zwei Minuten spielte Menzel einen waghalsigen Pass auf den entgegenkommenden Brünker. Der Stürmer verstolperte diesen, woraufhin Inangoglu geschickt wurde und allein vor Menzel die Nerven behielt. Auch die nächste Gelegenheit fiel auf die Seite von grün-weiß. El-Helwe spielte zu Mendler, der erneut viel zu viel Platz bekam. Sein Schuss flog allerdings genau in die Arme von Menzel.
Saarbrücken präsentierte sich in der ersten Viertelstunde fahrig. Das Spiel fand meist in der Hälfte der Blau-Schwarze statt, es wirkte fast schon so, als wäre der FC Homburg das höherklassige Team. Nach diesen 15 Minuten fand der FCS erstmals in die Partie. Civeja gewann den Ball gegen El-Helwe und schickte Pick, der sich allein auf den Weg in Richtung Homburger-Strafraum machte. Sein Abschluss wurde allerdings noch von Heilig abgeblockt und stellte keinerlei Gefahr da.
Nach rund 20 Minuten war es weiterhin nur der FC Homburg, der für Gefahr vor dem gegnerischen Tor sorgte. Inanoglu setzte Mendler ein, der im Strafraum zur Chance kam. Der Ball verrutschte dem Top-Scorer des FCH allerdings. Saarbrücken gelang weiterhin wenig. Auf der anderen Seite sorgte Mart Ristl, der Kapitän des FCH, beinahe per Fernschuss für das 0-2.
Die beste Gelegenheit des FCS in der ersten Hälfte hatte Sebastian Vasiliadis als er vom Mittelkreis erspähte, dass Michael Gelt zu weit vor seinem Kasten stand und den Ball kurzerhand versuchte über ihn drüber zu schlenzen. Gelt musste sich ziemlich strecken, um den Versuch zu erreichen.
In der 40 Minuten ging Maurice Multhaup zu Boden und verletzte sich offenbar schwerer. Für ihn kam Amine Naifi zu seinem letzten Einsatz in Blau und Schwarz. Florian Pick nahm daraufhin die rechte Seite ein, Naifi kam über links.
Sechs Minuten gab es in Halbzeit eins an Nachspielzeit, da es während des Spiels zu mehreren Verletzungsunterbrechungen kam. In dieser kam es zu einer weiteren Großchance für die Homburger. Der in den ersten 45 Minuten katastrophale Bichsel verstolperte einen Ball, Mendler und Inanoglu kombinierten sich ohne Mühe vor das Tor des FCS. Letzter entschied sich frei vor Menzel jedoch zu einem weiteren Haken, weshalb keine größere Gefahr entstand.
Die letzte Gelegenheit erspielte Saarbrücken. Der für das Saarbrücker Spiel belebende Naifi verlagerte auf Pick. Dieser schlug einen seiner mittlerweile bekannten Haken und kam mit dem linken Fuß zum Abschluss. Gelt zeichnete sich durch eine starke Parade aus.
Zur Pause stand es demnach völlig verdient 1-0 für den FC Homburg. Giannikis sah sich derweil dazu gezwungen zu wechseln. Sebastian Vasiliadis blieb in der Kabine, für ihn kam Rodney Elongo-Yombo ebenfalls zu seinem letzten Spiel für Blau-Schwarz.
Nach der Pause ging es erneut stürmisch los. Mendler düpierte Bichsel auf der rechten Seite, brachte im Anschluss aber keine ordentliche Flanke zustande. Auf der Gegenseite blockte ein Homburger Verteidiger Picks Schuss zur Ecke ab.
Nach 53 Minuten dann der Ausgleich aus dem Nichts. Elongo-Yombos versuchte über links Pick einzusetzen. Der Ball misslang zwar, dennoch kam Pick mit etwas Glück an den Ball und behielt vor Gelt die Nerven.
Nur drei Minuten später dann das 2-1 für den FCS. Der FCH verlor nun merklich an Energie. Erneut war es Elongo-Yombo der über links stürmte. Naifi gelangte vor dem Sechzehner an den Ball, legte sich das Spielgerät auf links und zog souverän ab zur Führung.
Praktisch im direkten Anschluss hatte Saarbrücken die Chance zur Entscheidung. Sontheimer lief im 3 gegen 2 auf das Tor der Gäste zu, links war Elongo-Yombo frei, rechts Pick. Sontheimer gelang es allerdings erstaunlicherweise einen unerreichbaren Ball in Richtung Eckfahne zu spielen.
Nach einer Stunde ging es für Homburgs Kapitän Ristl nicht mehr weiter. Für ihn kam Baum. Homburg war mit dem 1-1 offensichtlich abgemeldet worden. In der 68 stürmte Naifi in Richtung des Homburger Sechzehners. Seine Ablage auf Brünker vollstreckte im Anschluss eiskalt mit links ins kurze Eck.
Daraufhin entwickelte sich die Partie in eine Art Sommerkick. Der 1.FC Saarbrücken war eine Viertelstunde aufs Gaspedal getreten, diese hatte am Ende gereicht, um den FC 08 Homburg zu besiegen. 12.410 Zuschauer erlebten nun einen weiterhin klar dominanten FCS, der durch Civeja (76) und Pick (77) beinahe auf 4-1 erhöhte.
Dies geschah schließlich nach 78 Minuten. Der überragende Naifi sah Baumann der eiskalt einnetzte. Zehn Minuten vor Schluss sang der gesamte Ludwigspark „Wir wollen den Manu sehen“. Giannikis brachte den ehemaligen Kapitän anschließend zu seinem letzten Spiel im Profifußball. Neben ihm wurde auch noch Robin Bormuth eingewechselt, für die Beiden verließen Lasse Wilhelm und Joel Bichsel das Feld.
Das Saarderby plätscherte seinem Ende entgegen, das Schiedsrichtergespann fügte dieser Begegnung noch weitere Sechs Minuten Nachspielzeit hinzu. In dieser erzielte Inanoglu noch den 4-2 Entstand.
Der 1.FC Saarbrücken gewinnt also dank einer starken zweiten Hälfte den Saarlandpokal und spiel kommende Saison in der ersten Runde des DFB-Pokals.
Fotogalerie von Catharina Kuhn




































