Dienstag, April 20, 2021

Saarbrücken gibt in Wiesbaden den Sieg aus der Hand

Politik

“Was war denn da los?” dürften sich Tausende Saarländer, die am Samstag ihren Lieblingsverein auf Magenta Sport verfolgten, gefragt haben. 80 Minuten lang waren die Blau-schwarzen das bessere Team, führten 2:0, doch dann verspielten sie innerhalb weniger Minuten den hart erarbeiteten, sicher geglaubten Sieg.

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Die taktische Aufstellung des 1. FC Saarbrücken gegen den SV Wehen Wiesbaden

Lukas Kwasniok musste kurzfristig auf Steven Zellner verzichten, der wegen Schmerzen im Knie nicht auflaufen konnte. Für ihn rückte Manuel Zeitz in die Innenverteidigung und deshalb Anthony Barylla auf die linke Abwehrposition. Außerdem kehrte Nicklas Shipnoski nach seiner Verletzung wie erwartet ins Team zurück. Markus Mendler erhielt auf links erneut den Vorzug gegenüber Deville und Gouras.

Saarbrücken gibt in Wiesbaden den Sieg aus der Hand
Markus Mendler

Die Partie begann ohne den gewohnten Anfangsschwung der Saarbrücker. Diese mühten sich um Kontrolle, doch meistens waren die Hausherren im Ballbesitz. Torszenen blieben Mangelware. In der 34. Minute hat Gianluca Korte das 1:0 auf dem Fuß, doch der linke Torpfosten rettete den FCS.

Der kam erst in der zweiten Hälfte so richtig ins Rollen. Sebastian Jacob leitete die Sturm und Drang-Phase seiner Mannschaft in der 54. Minute ein. Sein Schuss ging noch daneben. Zwei Minuten später legte der Rodener nach einem langen Abschlag von Batz per Kopfball auf den links gestarteten Julian Günther-Schmidt vor. Der fackelte nicht lange und knallte das Leder mit links in Eck.

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Julian Günther-Schmidt trifft zum 0:2

In der 61. Minute kam Minos Gouras für Markus Mendler. Ein Schachzug des Trainers, der sich unmittelbar auszahlen sollte, denn in der 64. Minute schickte Shipnoski den jungen Deutsch-Griechen, der sah wiederum Julian “Günni” Günther-Schmidt auf links und spielte dem Pforzheimer direkt in den Laufweg. Günni variierte diesmal, nahm den rechten statt den linken Fuß, und erzielte das 0:2.

Danach sahen die Wehener wie der sichere Verlierer aus. Sie spielten sichere Bälle mehrfach ohne Not ins Aus. Doch nicht nur die Hausherren kamen außer Tritt, auch der FCS ließ nach. Kwasniok wechselte zunächst Froese und Schleimer in der 73. Minute für Günther-Schmidt und Jacob, zehn Minuten später Breitenbach und Deville für Shipnoski und Jänicke.

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Der Ausgleich in der 92. Minute durch Tietz.

Eine Minute zuvor hatte Tietz den SV Wehen Wiesbaden quasi aus dem Nichts wieder ins Spiel gebracht. Medic hatten den Wiesbadener Stürmer geschickt, Batz war weit vor dem Tor, versuchte Tietz das Spielgerät abzuluchsen, doch der prallte zum Stürmer zurück, der danach zum Anschlusstreffer einschieben konnte.

Als der Stadionsprecher die Verlängerung von drei Minuten ankündigte, sammelten sich die Hausherren noch einmal, griffen beherzt an und trafen zum 2:2. Diesmal war es Moritz Kuhn, der von rechts auf den frei stehenden Tietz flankte. Dessen Kopfball schlug unhaltbar für Batz in den Maschen ein.

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Entsetzen auf der Bank der Saarländer

Fazit: Unter normalen Umständen wäre ein Punkt beim Zweitliga-Absteiger Wehen-Wiesbaden alles andere als unerfreulich. Doch angesichts der Spielverlaufs muss man dem FCS-Team vorhalten, dass durch Unaufmerksamkeiten kurz vor Schluss die ganze Arbeit zunichte gemacht wurde. Das hat wohl auch Lukas Kwasniok so wahr genommen. Nicht anders ist zu erklären, dass er nach dem 2:2 völlig entsetzt, immer wieder mit der Hand einen Scheibenwischer nachahmend, in seiner Coachingzone auf und ab tigerte.

Trotz dem negativen Ende kann man aber feststellen, dass die “Personalpolitik” des Jahrgangs 2020/21 erfolgreich war, denn auch gegen Wiesbaden zeigte sich, dass insbesondere die Neuzugänge zündeten. Es wäre sicherlich interessant zu sehen, wie sich ein FCS 2021/22 unter dem Einfluss Kwasnioks weiterentwickeln würde. Nun wird dies wohl nicht geschehen. Die schlechten Ergebnisse der letzten Spiele werden auch sicherlich die sportliche Leitung nicht dazu veranlassen, erneut mit dem Aufstiegstrainer zu sprechen. Stattdessen ist seit gestern ein weiterer Kandidat auf dem Markt, der – so wird gemutmaßt – hohes Ansehen in Saarbrücken besitzt: Bernhard Trares. Vielleicht würde eine kurzfristige Bekanntgabe des Kwasniok-Nachfolgers noch einmal einen Schub erzeugen, damit der FCS das Ziel Platz vier noch einmal ins Visier nehmen kann.

Regionalverband Saarbrücken

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