Samstag, Juni 19, 2021

Saarbrücker Ränkespiele um Kulturdezernentenposten – Bleiben die Grünen sauber?

Politik

Ein Kommentar von Claus Kuhn

Hinter den Kulissen ist längst klar, wer die Nachfolge von Thomas Brück antreten soll. Das Vorschlagsrecht liegt in dieser Personalie bei den Grünen, die sich bereits vor Wochen festgelegt haben sollen. Um welche Person es sich dabei handelt, ist noch nicht bekannt, denn offensichtlich möchte die Mehrheitskoalition den Fehler vermeiden, den sie vor der Wahl des Baudezernenten begangen hatte.

Von den Koalitionären hört man indes wenig Positives, wenn der Sachverhalt angesprochen wird. Deshalb verwundert es nicht, dass die Ausschreibung der Stadtverwaltung keine fachliche Qualifikation in Sachen Kultur und Bildung fordert. Die von den Grünen bestimmte Person dürfte keine entsprechenden Voraussetzungen mit sich bringen.

Ihr/e Kandidat/in ist damit bereits bevor der Nennung des Namens beschädigt. Umso mehr als die Kritik aus den eigenen Reihen am Ausschreibungstext weit drastischer ausfiel als die der Opposition: “Auf keinen Fall darf der Eindruck entstehen, dass die Ausschreibung in Selbstbedienungsmanier unter Ausblendung der für die Stelle erforderlichen Kenntnisse auf einen Wunschkandidaten zugeschnitten wird“ kommentiert Frank Lichtlein vom Ortsverband Halberg die Vorgehensweise der Rathausgrünen.

Dort, im Rathaus, sollte also ganz schnell eine gedankliche Kehrtwende stattfinden. Bislang wähnten die Wählerinnen und Wähler die Grünen weit entfernt vom Filz der Großparteien, die gewisse Positionen einfach politisch und nicht nach Qualifikation besetzen, obwohl die Bestenauslese immer wesentlicher Bestandteil einer öffentlichen Ausschreibung sein sollte. Anhand der Personalie “Kulturdezernent/in” wird sich also zeigen, ob die saarländischen Grünen sauber bleiben wollen. Ob es künftig mit ihnen heißt “Weiter so!” oder ob sie wirkliche Veränderungen auch in Sachen Amtshygiene bringen wollen.

Regionalverband Saarbrücken

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