Mit dem Ziel, den Ausstoß von Treibhausgasen bis 2030 um mindestens 65 Prozent gegenüber 1990 zu senken und bis 2045 Netto-Treibhausgas-Neutralität zu erreichen, hat Umweltministerin Petra Berg am 23. Juli das erste saarländische Klimaschutzkonzept (KSK) vorgestellt. Das umfassende Konzept umfasst 63 Maßnahmenpakete mit insgesamt 180 Einzelmaßnahmen und verfolgt damit einen ganzheitlichen Ansatz für Klimaschutz und -anpassung.
Die Maßnahmenpakete gliedern sich in drei Hauptbereiche: „Die öffentliche Hand als Vorbild“ mit zwölf Maßnahmenpaketen, „Klimaanpassung“ mit 16 Maßnahmen sowie 47 „Klimaschutzmaßnahmen in allen Sektoren“. Letztere decken die Bereiche Energiewirtschaft, Industrie, Gebäude, Verkehr und Mobilität, Landwirtschaft, Abfall- und Kreislaufwirtschaft sowie Landnutzung, Landnutzungsänderung und Forstwirtschaft ab.
„An dieser Auflistung erkennt man, wie umfangreich das Konzept ist. Das bedeutet aber auch, dass Klimaschutz eine Mammutaufgabe ist“, erklärte Umweltministerin Berg bei der Vorstellung. „Wir denken dabei groß: Klimaschutz bedeutet Wirtschaftsförderung, Bevölkerungsschutz, Daseinsvorsorge – wir steigern mit Klimaschutz die Wertschöpfung in unserem Land.“
Ein besonderer Fokus des Konzepts liegt auf der Transformation der Energieversorgung. In den Sektoren Energie, Industrie und Gebäude sollen grüne Wärme und grüner Strom kombiniert und der Ausbau erneuerbarer Energien vorangetrieben werden. Besonders wichtig ist hierbei der Aufbau einer grenzüberschreitenden Wasserstoffinfrastruktur, um die Transformation der saarländischen Stahlindustrie zu unterstützen.
Darüber hinaus versteht sich Klimaschutz auch als Bevölkerungsschutz. „Dabei geht es unter anderem um Präventionsmaßnahmen gegen Extremwetterereignisse, um Klimaanpassungsmaßnahmen an und in Gebäuden sowie um den Schutz vulnerabler Gruppen (ältere Menschen, Kinder und Schwangere) vor Hitzebelastung“, so Berg.
Ministerin Berg betonte die langfristige Perspektive und Verantwortung der Landesregierung: „Die Landesregierung ist sich ihrer Verantwortung für die kommenden Generationen bewusst. Das Saarland möchte seinen Beitrag zu nationalen und internationalen Klimaschutzzielen leisten. Mit dem nun vorgelegten Klimaschutzkonzept sind wir mit einem konkreten Umsetzungsplan auf dem richtigen Weg.“ Gleichzeitig stellte sie klar: „Wir fangen aber nicht erst jetzt an, wir sind schon dran. Und das teilweise bereits seit vielen Jahren. Das Konzept forciert und untermauert unser Vorgehen dabei nochmals.“
Die Erstellung des Klimaschutzkonzepts war ein gemeinschaftlicher Prozess. Bürgerinnen und Bürger, Kommunen, Verbände sowie sämtliche Landesressorts waren beteiligt. Wissenschaftlich begleitet wurde der Prozess durch das Institut für ZukunftsEnergie- und Stoffstromsysteme (IZES).
Das vollständige Klimaschutzkonzept des Saarlandes steht zum Download unter folgendem Link bereit:
👉 www.saarland.de/mukmav/DE/portale/klima/informationen/klimaschutzkonzept

