StartBildungSaarland plant grundlegende Reform des Förderschulsystems

Saarland plant grundlegende Reform des Förderschulsystems

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Das Saarland will sein Förderschulsystem umfassend modernisieren. Der Ministerrat hat dem Entwurf einer neuen Förderschulverordnung zugestimmt und diesen zur externen Anhörung freigegeben. Das teilte das Bildungsministerium mit.

Nach Angaben des Ministeriums soll mit der Reform eine neue rechtliche Grundlage geschaffen werden. Ziel sei es, Förderschulen als spezialisierte Lernorte weiterzuentwickeln, individuelle Förderung zu stärken und Bildungschancen für Kinder und Jugendliche mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf auszubauen.

Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot erklärte, nach fast 40 Jahren werde das Förderschulwesen im Saarland auf eine moderne und tragfähige Basis gestellt. Bestehende Regelungen würden gebündelt und Strukturen weiterentwickelt.

Hintergrund der Reform seien steigende und zunehmend komplexe Unterstützungsbedarfe von Schülerinnen und Schülern, insbesondere in den Bereichen geistige Entwicklung, körperliche und motorische Entwicklung sowie emotionale und soziale Entwicklung. Laut Ministerium sei dieser Trend bundesweit zu beobachten.

Ein Schwerpunkt der geplanten Verordnung liegt auf flexibleren Strukturen. Künftig sollen Kinder und Jugendliche mit unterschiedlichen oder mehreren sonderpädagogischen Unterstützungsbedarfen stärker gemeinsam an einem Standort unterrichtet werden können. Dadurch sollen Schulwechsel innerhalb des Förderschulsystems reduziert und wohnortnahe Angebote gestärkt werden.

Zudem sieht der Entwurf eine Vereinheitlichung zentraler Regelungen vor. Vorschriften zu Stundentafeln, Zeugnissen und Schulorganisation sollen erstmals in einer einheitlichen Verordnung zusammengeführt werden.

Geplant sind außerdem feste Unterrichtszeiten mit 26 Wochenstunden im Primarbereich und 30 Wochenstunden in der Sekundarstufe. Dies soll nach Angaben des Ministeriums mehr Verlässlichkeit und bessere Vergleichbarkeit schaffen.

Auch die Unterrichtsinhalte sollen modernisiert werden. Vorgesehen sind unter anderem Informatik und digitale Bildung, berufliche Orientierung, Demokratiebildung durch regelmäßige Klassenratsstunden sowie Fremdsprachenangebote.

Neu eingeführt werden soll zudem ein sogenanntes Individuelles sonderpädagogisches Angebot, das gezielte Unterstützung etwa in den Bereichen Sprache, Motorik, Kommunikation oder sozial-emotionale Entwicklung ermöglichen soll.

Darüber hinaus sollen mehr Bildungsabschlüsse an Förderschulen erreichbar werden. Künftig soll an mehreren Schulformen neben dem Hauptschulabschluss auch der mittlere Bildungsabschluss möglich sein. Zugleich sollen Übergänge in Regelschulen sowie in Ausbildung und Beruf erleichtert werden.

Bevor die neue Förderschulverordnung in Kraft treten kann, folgt zunächst das Anhörungsverfahren.

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