- Schaumbedecktes Nutria sorgt für Aufmerksamkeit und rückt Verschmutzung des Erbachs in den Fokus
- Grüne werfen Behörden und Politik Versäumnisse vor und fordern konsequentere Kontrollen
- Forderungen nach technischen und rechtlichen Maßnahmen, unter anderem an Kläranlage und Einleiter
Ein aktuelles Bild eines mit Schaum bedeckten Nutrias im Erbach hat in Homburg und Umgebung eine Debatte über die Wasserqualität des Gewässers ausgelöst. Aus Sicht des Stadtverbandes von Bündnis 90/Die Grünen macht die Aufnahme auf problematische Einleitungen und wiederkehrende Belastungen aufmerksam.
Nach Angaben der Partei wird der Erbach seit Jahren durch Tenside und andere Stoffe belastet, die zu sichtbarer Schaumbildung führen. Die Grünen verweisen darauf, dass entsprechende Hinweise bereits seit 2018 vorlägen, bislang jedoch keine ausreichenden Konsequenzen gezogen worden seien. Die Verschmutzung könne ökologische Auswirkungen haben, etwa auf Mikroorganismen und natürliche Selbstreinigungsprozesse in Gewässern.
Zudem bestehe die Gefahr, dass Schadstoffe über den Erbach in die Blies und weiter in das Biosphärenreservat Bliesgau gelangen. Auch bei Hochwasser könnten belastete Sedimente auf angrenzende Wiesenflächen verteilt werden. Die Grünen sehen darin ein Risiko für Natur und Landwirtschaft.
Vor diesem Hintergrund fordert die Partei unter anderem intensivere Kontrollen durch das Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz sowie eine konsequente Ermittlung möglicher Verursacher. Auch die Stadt Homburg müsse ihre rechtlichen Möglichkeiten stärker ausschöpfen, etwa durch Auflagen zur Vorbehandlung von Abwässern.
Kritisch äußern sich die Grünen zudem zur Ablehnung einer sogenannten Starkverschmutzerzulage im Stadtrat. Eine solche Regelung könnte aus ihrer Sicht dazu beitragen, industrielle Einleiter stärker an den tatsächlichen Belastungen zu beteiligen und Anreize zur Reduzierung problematischer Stoffe zu schaffen.
Darüber hinaus sprechen sich die Grünen für eine technische Weiterentwicklung der Kläranlage Homburg-Beeden aus. Eine zusätzliche Reinigungsstufe könne helfen, Mikroverunreinigungen und andere schwer abbaubare Stoffe effektiver aus dem Abwasser zu entfernen.
Die Forderungen der Partei richten sich an mehrere Akteure, darunter Kommune, Entsorgungsverband und Landesbehörden. Ziel sei es, die Wasserqualität nachhaltig zu verbessern und weitere Belastungen zu vermeiden.

