StartFCSSpielanalyse 1.FC Saarbrücken – Hansa Rostock: Es ist vorbei

Spielanalyse 1.FC Saarbrücken – Hansa Rostock: Es ist vorbei

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Der 1.FC Saarbrücken verliert das Abschiedsspiel von Manuel Zeitz und gleichzeitig auch erstmals unter Argirios Giannikis ein Heimspiel im Ludwigspark. Überschattet wurde der eigentlich schöne Rahmen von einem tragischen Unfall eines Gästefans, der aus mehreren Metern in die Tiefe stürzte. Zwei FCS-Fanpages berichteten ohne Rücksprache mit dem Verein oder Familie des Betroffenen fälschlicherweise über den Tod des Mannes. Diese respektlose Spekulation wirkte sich in den sozialen Medien zum Teil auch negativ auf den 1.FC Saarbrücken als Verein aus, der gemeinsam mit Hansa Rostock inständig darum bat keine falschen Informationen nach außen zu geben. Wir wünschen dem Betroffenen eine gute Genesung und gehen nun über zum sportlichen Teil dieser Partie.

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Sportlich wurde schnell offensichtlich, für welches Team es an diesem Tage noch um etwas ging und für wen es ein reinster Sommerkick zu Ehren seinen Kapitanos war. Manuel Zeitz absolvierte rund 400 Pflichtspiele für den 1.FC Saarbrücken. Sein Einsatz von Blau-Schwarz wurde von den Fans durch eine schöne Choreo und einer Kapitänsbinde gewürdigt. Die Abschiedsfeier von Manuel Zeitz war aus Saarbrücker-Sicht jedoch nicht das einzig relevante Ereignis. So wurden zahlreiche Akteure des 1.FC Saarbrücken verabschiedet, die in der kommenden Saison nicht mehr Teil dieser Mannschaft sein werden. Wir werden in der kommenden Woche noch einzeln auf diese Personalien eingehen, in unserer Saisonanalyse des 1.FC Saarbrücken.

Sonst gab es nichts mehr Erwähnenswertes, bis auf den Fakt, dass Hansa Rostock den 1.FC Saarbrücken in den ersten 45 Minuten in allen Belangen vorführte. Die Kogge wollte sich ihre Restchance bewahren und war durch die zwischenzeitlichen Ergebnisse von Essen und Duisburg stets in Hoffnung doch noch auf den Aufstiegszug aufspringen zu können.

Saarbrücken verbesserte sich nach dem Seitenwechsel enorm. Manuel Zeitz Karriere in Ehren, dennoch merkte man der Mannschaft den sportlichen Aufschwung nach seiner Einwechslung direkt an. Saarbrücken spielte sich praktisch in einen Rausch, insbesondere Amine Naifi agierte so gut wie noch nie nach seiner schlimmen Knieverletzung. Hätte der 26-jährige in den Vorwochen auf diesem Level abgeliefert, wäre der Verein sicherlich noch einmal ins Grübeln gekommen. Generell machte sich in den sozialen Medien Frustration breit über die Entscheidungen Naifi und Elongo-Yombo nicht zu verlängern. Angesichts der Spiel- und Trainingsleistungen dieser Beiden stellt sich allerdings eher die Frage, weshalb der 1.FC Saarbrücken mit diesen Akteuren überhaupt hätte planen sollen.

Jedenfalls agierte Naifi in ungewohnter Stürmerposition erfrischend aktiv und brachte der Offensive ein erhebliches Maß an frischem Wind zur zweiten Halbzeit. So gelang es, die Partie zu einem 3-2 zu drehen und das gesamte Stadion aufzuwecken, bevor es in der Folge zu einem schlimmen Unfall im Gästeblock kam. Daraufhin war das Stadion verständlicherweise stumm, aus Respekt gegenüber dem Verunglückten.

Hansa drehte diese sportlich verrückte Begegnung erneut in ein 3-4 und setzte damit einen Schlusspunkt für die Saison 2025/26. Bei einer Partie mit einer derart geringen sportlichen Relevanz auf taktische Einzelheiten oder Fehler einzugehen wäre wohl eindeutig zu viel des Guten. Dennoch lassen die Fehler in der Abwehrkette tief blicken. Joel Bichsel und Niko Bretschneider agierten ohne Jeden Einsatz, Robin Bormuth lieferte ebenfalls eine sehr schwache Begegnung ab. Lasse Wilhelm, der nächste Saison Medienberichten zu Folge beim Erzrivalen aus Kaiserslautern spielen wird, dürfte daher eine weitaus stabilere Alternative für das Saarlandpokalfinale gegen Homburg darstellen.

In der Offensive überzeugten Pick, Civeja und Maurice Multhaup, der dem 1.FC Saarbrücken allem Anschein nach erhalten bleiben wird, hingegen vollends. Auch Patrick Sontheimr agierte auf der sechs weitaus stabiler als in den Wochen zuvor. Torhüter Phillip Menzel hingegen erwies sich anders als zuletzt sehr unsicher. Sein Verbleib bleibt offen, ebenso wie die Frage, ob er oder Tim Paterok am kommenden Wochenende im Tor des FCS stehen werden.

1,24 zu 0,96 expected Goals hieß es am Ende der Partie zu Gunsten des 1.FC Saarbrücken, der in seinen Heimspielen unter Argirios Giannikis einiges an Potenzial für die kommende Spielzeit aufzeigen konnte. Diese sollte allerdings deutlich positiver gestaltet werden als die mit diesem Spiel zu Ende gegangenen. Platz 15 mit 44 Punkten stehen dem FCS zu Buche. Eine Bilanz, mit der man im Normalfall gerade so die Klasse hält, mehr allerdings nicht.

Spielernoten

Phillip Menzel: Nach überragenden Wochen zum Ende noch einmal unsicher. 5

Philip Fahrner: In den letzten Wochen mit der beste Saarbrücker. 2-

Robin Bormuth: Höchst fragwürdiger Auftritt. 5-

Joel Bichsel: Ließ keinerlei Körpersprache oder Motivation erkennen. 5

Niko Bretschneider: Furchtbare erste 45 Minuten, danach leicht verbessert. 5

Manuel Zeitz: Kapitän und „Fußballgott“ des 1.FC Saarbrücken. Auf eine Benotung verzichten wir an diesem Tage.

Patrick Sontheimer: Insbesondere nach dem Seitenwechsel überzeugend. 2

Maurice Multhaup: Aktivposten, bleibt er fit, dürfte er dem FCS bei einem möglichen Verbleib noch viel Freude bereiten. 2+

Florian Pick: Auch um ihn wird es sicherlich trotz laufenden Vertrages Abschiedsgerüchte geben. Am heutigen Tage bewies auch er seine Klasse. 2

Tim Civeja: Seit Wochen in Höchstform. 1-

Kai Brünker: Musste zur Pause aufgrund einer Verletzung raus, davor unauffällig. 4

Amine Naifi: Nach Einwechslung einer der Garanten für die zwischenzeitliche Aufholjagd.

Alle anderen eingewechselten Spieler bekamen zu wenig Spielzeit für eine faire Benotung.

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