Saarlouis. Mit einer Machtdemonstration hat die HG Saarlouis ein deutliches Ausrufezeichen gesetzt. Vor 1500 Zuschauern in der ausverkauften Stadtgartenhalle fegten die Saarländer die bis dahin auf Rang drei liegende HSG Dutenhofen/Münchholzhausen mit 39:20 (19:9) vom Parkett – und revanchierten sich eindrucksvoll für die Hinspiel-Niederlage.
„Das war mehr als eine Revanche für die Hinspiel-Niederlage, das war eine Demonstration der Überlegenheit und Stärke“, hieß es nach der Partie treffend. Die Mannschaft von HSG-Coach Eike Schuchmann hatte dem Angriffswirbel der Gastgeber, einer offensiv-aggressiven Abwehr und einem überragenden Schlussmann Michel Fiedler kaum etwas entgegenzusetzen. Bereits zur Pause war die Partie beim Stand von 19:9 praktisch entschieden. Spätestens nach dem 7:0-Lauf zum 26:9 kurz nach Wiederanpfiff war der Widerstand der Gäste gebrochen.
Von Beginn an war zu spüren, dass die Hausherren dieses Spiel unbedingt gewinnen wollten. „Schon die ganze Woche habe dieses ‚Wollen‘ die Trainingsarbeit bestimmt“, freute sich HGS-Cheftrainer Jörg Lützelberger nach dem Abpfiff.
Für besonderen Applaus sorgte nach gut fünf Minuten die Rückkehr von Marcel Becker, der nach schwerer Verletzung wieder auf dem Feld stand und mit seinem ersten Heimtor des Jahres die 3:2-Führung erzielte. Zu diesem Zeitpunkt hielten die Gäste noch mit, doch über 6:3 und 8:5 übernahm Saarlouis zunehmend die Kontrolle.
Lützelberger wechselte im Rückraum munter durch, ohne Qualitätsverlust. Top-Talent Silas Geis sowie das schwedische Duo Olle Österhall und Zeb Bjerneld agierten mit viel Spielfreude und Durchschlagskraft. Auf den Außenbahnen glänzten Yves Kunkel und Lars Weißgerber. Nach einem Dreierpack durch Geis, Noh und Bjerneld stand es in der 27. Minute erstmals zweistellig (17:7) – eine Führung, die bis zum 19:9-Pausenstand Bestand hatte.
Schuchmann hatte zu diesem Zeitpunkt bereits zwei seiner drei Auszeiten genommen – ohne nachhaltige Wirkung. Nach dem Seitenwechsel verschärfte sich die Lage für die Mittelhessen weiter. Fiedler parierte seinen zweiten Siebenmeter, ehe Kunkel, Becker, Reitz und Sven Eberlein mit einem 5:0-Lauf auf 24:9 stellten. Die dritte Auszeit der Gäste in Minute 35 verpuffte ebenfalls. Eine harte rote Karte gegen Leonard Rettemeier und zwei weitere Treffer zum 26:9 (37.) beseitigten die letzten Zweifel am Ausgang der Partie.
Die 1500 Fans – darunter über 100 Saarlouiser Feuerwehrleute als Ehrengäste – genossen das Offensivspektakel. In der 45. Minute bejubelten sie das wohl schönste Tor des Abends: Österhall spielte einen Kempa-Pass auf den von Linksaußen einfliegenden Kunkel, der zum 29:14 vollstreckte. Zwischen der 50. und 56. Minute legten die Gastgeber noch einmal einen 6:0-Lauf nach. Den Schlusspunkt zum höchsten Vorsprung (36:16) setzte Top-Talent Philipp Petschick.
Am Ende stand ein 39:20-Erfolg – 19 Tore Differenz – und eine Stadtgartenhalle, die ihre Mannschaft ausgelassen feierte.
Statistik HG Saarlouis: Fiedler 15 Paraden (3 Siebenmeter), Kunkel 9/3, Geis 4, Weißgerber 4, Bjerneld 4, Österhall 4, Petschick 3, Eberlein 3, Reitz 3, Becker 2, Durmishi 2, Noh 1.
Statistik HSG Dutenhofen/Münchholzhausen: Naß 2 Paraden, Geskes 5 Paraden (2 Siebenmeter), Bremond 4/4, Zaum 4, Scheibel 3, Weimer 3, Okpara 2, Rettemeier 1, Boczkowski 1, Opitz 1, Schwalbe 1.
Siebenmeter: 3/5 – 4/7.
Zeitstrafen: 12 – 4 Minuten (rote Karte Rettemeier).
Zuschauer: 1500.


