Die Freiwillige Feuerwehr St. Ingbert war über die Weihnachtstage und die darauffolgenden Tage hinweg außergewöhnlich stark gefordert. Zahlreiche Einsätze unterschiedlichster Art verlangten den ehrenamtlichen Feuerwehrangehörigen viel ab – und das zu einer Zeit, die eigentlich den Familien und der Erholung vorbehalten ist. Viele Einsatzkräfte mussten dabei auf das Weihnachtsfest im Kreis ihrer Angehörigen verzichten.
Bereits am frühen Heiligmorgen rückte der Löschbezirk St. Ingbert-Mitte gegen 4 Uhr zur Unterstützung des Rettungsdienstes in die Hahnackerstraße aus. Dort erlitt eine Person einen medizinischen Notfall und musste mithilfe der Drehleiter aus dem zweiten Obergeschoss gerettet werden.
Am Nachmittag des Heiligen Abends folgten mehrere wetterbedingte Einsätze. Um 16:17 Uhr beseitigten Einsatzkräfte des Löschbezirks Oberwürzbach auf der Zufahrt zur Fischerhütte zwei umgestürzte Bäume und räumten die Straße. Ein weiterer Baum war auf das Dach einer Pumpstation gefallen. Größerer Schaden konnte ausgeschlossen werden. Zwei Einsatzfahrzeuge waren im Einsatz. Kurz darauf, um 16:43 Uhr, unterstützte die Feuerwehr im Pflegeheim auf dem Hobels den Rettungsdienst. Nach der Rettung transportierten die ehrenamtlichen Retter die Patientin in die Universitätsklinik nach Homburg. Der Einsatz endete gegen 20 Uhr. Parallel dazu wurde in der Parallelstraße in Rohrbach ein größerer Ast von der Fahrbahn entfernt.
Am späten Abend, um 23:35 Uhr, rückten Einsatzkräfte erneut aus: In der Spieser Landstraße ragte ein Baum rund fünf Meter in die Fahrbahn. Dieser wurde mit einer Säge beseitigt und die Straße gereinigt.
In den frühen Morgenstunden des 1. Weihnachtstages, gegen 2:36 Uhr, kam es zu einem besonders aufwendigen Einsatz in der Elversberger Straße. Ein Baum war auf ein Hausdach gestürzt. Die Bewohner wurden geweckt, die Straße voll gesperrt und der Baum zurückgeschnitten. Teile des Dachgebälks sowie die Dacheindeckung wurden beschädigt. Der betroffene Anbau darf bis zur Begutachtung durch einen Fachmann nicht betreten werden. Einsatzende war gegen 5 Uhr.
Am Abend des 1. Weihnachtstages meldeten Anwohner gegen 18 Uhr Brandgeruch aus einer Wohnung in der Tulpenstraße. Die Einsatzkräfte stellten im vierten Obergeschoss einen Schmorgeruch fest. Fachkräfte diagnostizierten einen technischen Defekt in der Elektroversorgung des Gebäudes, das daraufhin stromlos geschaltet werden musste. Die Stadtwerke stellten einen Fehler im Gebäudeanschluss fest. Der Schmorgeruch wurde durch einen durchgebrannten Rollladenmotor ausgelöst. Insgesamt waren rund 25 Einsatzkräfte der Feuerwehr sowie Polizei, Rettungsdienst und Stadtwerke bis etwa 21 Uhr im Einsatz.
Auch nach den Feiertagen riss die Einsatzserie nicht ab. Am Samstag, 27. Dezember, wurde die Feuerwehr um 10:46 Uhr zu einer Notfalltüröffnung in die Große Flurstraße alarmiert. Nach Öffnung der Wohnung konnte keine Person angetroffen werden; die Bewohnerin befand sich im Krankenhaus. Um 13:53 Uhr löste die Brandmeldeanlage in einer Betreuungseinrichtung im Schiffeland aus. Ein Großaufgebot an Rettungskräften rückte an, die Erkundung ergab jedoch einen eingeschlagenen Handdruckmelder ohne weitere Gefährdung. Nur kurze Zeit später, um 14:35 Uhr, unterstützte die Feuerwehr erneut den Rettungsdienst in der Dr.-Schulthess-Straße: Eine gestürzte Person wurde mithilfe der Drehleiter aus dem ersten Obergeschoss gerettet und in eine Klinik gebracht.
Die Einsatzkräfte der Feuerwehr in St. Ingbert leisten den Dienst ehrenamtlich und freiwillig. Die Vielzahl der Einsätze verdeutlicht eindrucksvoll, wie unverzichtbar das Engagement der Freiwilligen Feuerwehr für die Sicherheit der Bevölkerung ist. Dass die Einsatzkräfte all dies ehrenamtlich leisten und dafür auf gemeinsame Zeit mit ihren Familien – selbst an Weihnachten – verzichten, zeigt wie fordernd das Ehrenamt ist.

