Montag, Juni 14, 2021

Stade Sarrois: Die saarländische Multikulti-Truppe in der französischen Liga

Politik

Die saarländische Sonderrolle zwischen den großen Nationalstaaten Deutschland und Frankreich ist weitestgehend bekannt und eigentlich abgearbeitet. Sie gab es nicht nur in poltischer, sondern auch in sportlicher Hinsicht, beispielsweise als der 1. FC Saarbrücken außer Konkurrenz in den frühen 50er Jahren in der zweiten französischen Liga kicken musste und dort alle Spiele gewann. Nun tritt ein Rugbyverein in die Fußstapfen des großen Vereins, aber in völlig anderer Hinsicht.

Vor neun Jahren gründete der Deutsch-Argentinier mit österreichischem Vater Horacio Gumbold mit einigen Mitstreitern in Saarbrücken den ersten Rugbyclub in der Gegend. Sein Sohn und viele andere Kollegen hatten zuvor in Forbach gespielt und wollten nun etwas Eigenes machen. Das kam ganz gut an, denn als Universitätsstadt verfügte Saarbrücken immer über eine ganze Reihe Leute, die aus Ländern kamen, wo der Sport, anders als in Deutschland kein Mauerblümchen-Dasein fristet. Dazu zählen Südafrika, Australien, Neuseeland, aber auch Frankreich und südamerikanische Länder.

Nun meldeten sie den Verein im deutschen Verband und starteten durchaus erfolgreich. Aber die Entfernungen zu den deutschen Spielgegnern waren recht weit und da bereits Kontakt zum französischen Verband bestand, entschlossen sich Gumhold und seine Mitstreiter in Frankreich zu melden. „Die sehen uns dort gar nicht so sehr als deutsche Mannschaft, sondern eher als witzige Multikultitruppe.“ Und das nicht unberechtigterweise, denn obwohl der Studentenanteil ein wenig zurückgegangen ist, standen am letzten Spieltag des Jahres sieben Nationen für Stade sarrois auf dem Platz.

„Das Schöne an dem Sport ist, dass es im Gegensatz zu anderen Sportarten imme fair zugeht.“ Fast nicht zu glauben, denn Rugby sieht zuerst einmal recht martialisch aus. „Hart, aber fair ist das Motto. Aber man begegnet jedem Gegner mit Respekt und darf diesen auch vom Kontrahenten erwarten.“ sagt Horacio, der eigentlich Horst genannt werden sollte. Und so ist die dritte Halbzeit ganz wesentlicher Bestandteil des Sports: Nach getaner Arbeit wird zusammen gegessen und getrunken. Schlägereien usw.: Fehlanzeige! „Man bekommt schnell Freunde in diesem Sport.“ Stellt Horacio Gumhold fest. Er muss es wissen, denn Rugby ist Teil seines Lebens. Er war früher sogar schon an hoher Stelle für den argentinischen Verband als Funktionär tätig und man merkt ihm an, dass er ganz und gar für diesen Sport lebt.

Das hat sich scheinbar rumgesprochen, denn der Verein genießt üppigen Zulauf, nicht nur in der Herren-, sondern auch in der Jugend- und der Frauenabteilung. 17 bzw. 18 Sportler/innen gehen dort für Stade sarrois auf Punktejagd und der Zuspruch wächst. Gegenwärtig spielen die Teams auf dem ATSV-Sportplatz am Ordensgut und dort fühlt man sich auch wohl: Das sind Hammer-Leute hier!“ lobt der Vereinspräsident die Gastgeber.

Kontakt:

www.stade-sarrois.de

Horacio Gumhold: president@stade-sarrois.de
Rugby Ladies: Montags 19-21 Uhr und Freitags 18-20 Uhr
Männer: Dienstag und Donnerstag, 19-21 Uhr
Kinder: Samstags, 10.15-11:45 Uhr

Alle Trainings finden auf dem ATSV Sportplatz auf der Bellevue statt (Lulustein 5-9, 66117 Saarbrücken)

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