Hier sind die Statements der beiden Cheftrainer in der Pressekonferenz nach der Begegnung:
Mersad Selimbegović (Alemannia Aachen)
Mersad Selimbegović beschrieb das Spiel als in vielen Phasen sehr wild und schwierig zu analysieren. Er konstatierte, dass seine Mannschaft nicht gut begonnen habe und nicht die Energie der letzten Wochen auf den Platz bringen konnte. In den ersten 20 Minuten hätten die sauberen Abläufe sowohl mit als auch gegen den Ball gefehlt, was erst nach einer taktischen Umstellung von außen besser wurde. Fakt sei jedoch, dass man defensiv so viel zugelassen habe wie in den letzten sieben oder acht Spielen insgesamt nicht. In der zweiten Halbzeit ärgerte sich der Trainer besonders darüber, dass sein Team in Überzahl genau das spielte, was man nicht tun dürfe: Aachen agierte zu hektisch, spielte zu schnell nach vorne und nutzte zu viele lange Bälle, statt das Spiel zu kontrollieren. In dieser Phase habe der gegnerische Torwart zudem überragend gehalten. Letztlich nehme man den Punkt gerne mit, müsse aber ehrlich zugeben, dass man aufgrund des Spielablaufs heute auch nicht mehr verdient habe. Es sei normal, dass man nicht jedes Spiel dominieren könne, zumal der Gegner sehr spielfreudig und risikoreich agiert habe. Da man nun seit Wochen ungeschlagen sei, gelte es nun, die Körner für das schwere Spiel am Samstag zu sammeln. Angesprochen auf die frühe Auswechslung des zuvor eingewechselten Emanuel Elekwa erklärte Selimbegović, dass dieser gesund sei, aber in dem hitzigen Spiel nicht gut hineingefunden habe. Er habe den jungen Spieler, für den dies ein Lernprozess sei, in dieser Situation schützen wollen.

Argirios Giannikis (1. FC Saarbrücken)
Argirios Giannikis sah seine Mannschaft in den ersten 20 Minuten sehr gut im Spiel, lobte das Positionsspiel sowie die Ballzirkulation und bedauerte lediglich die liegengelassenen Chancen. Das Gegentor für Aachen fiel seiner Meinung nach antizyklisch mit deren erstem Angriff, als die Saarbrücker Abwehrseite überladen war und die Tiefenstaffelung fehlte. Dennoch habe man auch danach noch Möglichkeiten zum Ausgleich gehabt. Die Leistung mit zehn Mann nach dem Platzverweis bezeichnete Giannikis als große Energieleistung. Er sah es als Fortschritt an, dass die Mannschaft trotz des Rückstands im Plan blieb, Ruhe bewahrte und die Vorgaben für das Unterzahlspiel, welches man kaum trainieren könne, super umsetzte. Da man gegen ein offensivstarkes Aachen ins Risiko gehen musste, habe man zwar Chancen zugelassen, sich den Ausgleich aber mehr als verdient. Zur gelb-roten Karte gegen Kaan Caliskaner merkte er an, dass die erste gelbe Karte in einer Offensivaktion ohne Foul-Intention „sehr, sehr hart“ gewesen sei. Laut dem vierten Offiziellen sei ein Ellbogen im Gesicht der Grund gewesen, was bei einem Spieler mit 1,92 m Körpergröße jedoch oft aus der natürlichen Bewegung resultiere. Die notwendigen Rotationen im Kader begründete er mit der hohen Belastung der englischen Woche und dem Bedarf an Frische, insbesondere bei Spielern wie Rizzuto oder Vasiliadis, der nach langer Leidenszeit noch keinen Rhythmus für drei Spiele über 90 Minuten habe. Insgesamt stimme ihn die Entwicklung der Mannschaft seit seiner Übernahme optimistisch für die Zukunft.

