Wenn am Samstagmittag um 13 Uhr in der VELTINS-Arena der Anpfiff ertönt, trifft die SV Elversberg auf einen der aktuell formstärksten Gegner der 2. Fußball-Bundesliga: den FC Schalke 04. Während die Elversberger mit breiter Brust und laut ihrem Trainer Vincent Wagner „voller Vorfreude“ nach Gelsenkirchen reisen, warnt S04-Chefcoach Miron Muslić vor der Qualität des Aufsteigers – und nimmt gleichzeitig seine eigene Mannschaft in die Pflicht.
„Wir werden beweisen können, dass wir auch mit vielen Zuschauern und damit unter gewissem Druck guten Fußball spielen können – darauf freuen wir uns“, sagte Wagner vor dem Duell beim Tabellenzweiten. Zwar sei die Partie „eine große Herausforderung“, aber man wolle mutig auftreten und sich auch vom „permanenten Druck“, den Schalke ausüben werde, nicht beirren lassen. Mit Maximilian Rohr kehrt ein wichtiger Spieler nach Gelbsperre zurück.
Auch Schalkes Trainer Muslić fand deutliche Worte der Anerkennung: „Trotz vieler Abgänge haben sie nahtlos an die Performance vom letzten Jahr angeknüpft. Eine Mannschaft mit viel Struktur und hoher individueller Qualität – ein Brocken.“ Für den 41-Jährigen ist Elversberg weit mehr als ein klassischer Außenseiter: „Sie werden nicht um Platz 15 spielen. Das ist ein Spitzenteam.“
Schalke selbst muss auf eine ganze Reihe von Spielern verzichten, darunter kurzfristig auch Janik Bachmann und Armin Younes. „Jeder einzelne Ausfall tut weh“, sagte Muslić. Dennoch will er kein Lamentieren gelten lassen: „Wir jammern nicht, wir gehen es als Kollektiv an.“
Die Atmosphäre in der VELTINS-Arena – über 60.000 Fans werden erwartet – soll dabei zum Trumpf werden. Muslić beschwor die Verbindung zwischen Mannschaft und Anhängerschaft: „Das Band mit den Fans ist unsere größte Stärke. Wir wollen wieder eins werden mit dem Publikum.“
Auf dem Platz dürfte es taktisch spannend werden. Während Elversberg mit schnellen Offensivspielern immer wieder für Überraschungen sorgt – „richtige Zocker“, wie Muslić sie nannte –, setzt Schalke auf eine hohe Kette und ein dominantes Spiel. „Wir spielen am liebsten in der gegnerischen Hälfte“, betonte der Trainer. Die Aufgabe für seine Defensive sei klar: konzentriert bleiben bis zur letzten Minute, „defend until the end“.
Muslić mahnte auch zur Vorsicht: Elversberg hat bereits mehrere Partien in der Nachspielzeit entschieden – ein Fingerzeig für die Schlussphase.
Das Spiel verspricht Spannung auf hohem Niveau: Der stärkste Sturm trifft auf die beste Abwehr der Liga. Und Elversberg hat mit dem letzten Spiel vor der Länderspielpause einen zusätzlichen Motivationsschub: „Wir haben jetzt die Gelegenheit, auf Schalke noch einmal alles rauszuhauen“, so Wagner. In der VELTINS-Arena steht am Samstag nicht nur ein weiteres Zweitligaduell an – sondern ein echtes Topspiel.


