Tätowierungen gehören längst zum Alltag. Auch im Saarland sind sie fester Bestandteil moderner Körperkultur – besonders bei jüngeren Erwachsenen. Doch eine aktuelle Veröffentlichung im Deutschen Ärzteblatt lenkt den Blick auf mögliche gesundheitliche Langzeitfolgen: Menschen mit Tattoos haben demnach ein erhöhtes Risiko, an einem malignen Melanom – also schwarzem Hautkrebs – zu erkranken .
Die zugrunde liegende Untersuchung basiert auf Daten des schwedischen Krebsregisters. Forschende der Universität Lund analysierten knapp 2.900 Melanom-Fälle und verglichen sie mit Kontrollpersonen gleichen Alters und Geschlechts. Das Ergebnis: Tätowierte Personen hatten ein um rund 30 Prozent erhöhtes Risiko für ein kutanes Melanom (IRR 1,29)
. Besonders auffällig war ein erhöhtes Risiko bei einer längeren Expositionsdauer von zehn bis 15 Jahren.
Interessanterweise zeigte sich kein eindeutiger Zusammenhang zwischen der Größe des Tattoos und dem Risiko. Farbige Tätowierungen schienen allerdings mit einem leicht höheren Risiko verbunden zu sein als rein schwarze
Die Forscher vermuten die Ursachen weniger in zusätzlicher UV-Strahlung als vielmehr in bestimmten Inhaltsstoffen der Tätowierfarben. Schwarze Tinten enthalten häufig polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), von denen einige als krebserregend gelten. Farbige Pigmente können Schwermetalle oder Titandioxid enthalten. Zwar hat die Europäische Union 2022 Grenzwerte für zahlreiche Chemikalien in Tattoo-Farben festgelegt, doch laut Studie zeigen Marktüberwachungen weiterhin problematische Überschreitungen
Wichtig ist die Einordnung: Das Risiko durch intensive UV-Strahlung gilt nach Metaanalysen als deutlich höher. Niemand muss sein Tattoo nun infrage stellen. Aber die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung der Hautkrebsvorsorge – insbesondere bei tätowierten Hautarealen, in denen Veränderungen möglicherweise später erkannt werden.
Für das Saarland heißt das vor allem: Aufklärung statt Alarmismus. Wer tätowiert ist, sollte regelmäßig an den gesetzlichen Hautkrebs-Screenings teilnehmen und neue oder veränderte Hautstellen ärztlich abklären lassen. Prävention beginnt nicht erst bei Krankheit – sondern bei bewusster Information.

