Shisha-Rauchen ist längst mehr als ein orientalisches Ritual. Vielmehr hat sich das Shisha-Rauchen weltweit zu einem sozialen Erlebnis entwickelt, welches in Lounges, Bars, Cafés und privaten Runden zelebriert wird. Im Mittelpunkt steht dabei der Shisha-Tabak, dessen Herstellung ein komplexer Prozess ist. Bevor aber Melasse, Aromen und Tabakblätter zu einem süßlich duftenden Tabakgemisch werden, müssen im Herstellungsprozess viele verschiedene Schritte absolviert werden.
Warum wird meist der sogenannte Virginia-Tabak für die Herstellung von Shisha-Tabak genutzt?
Den Ausgangspunkt für jeden Shisha-Tabak bildet grundsätzlich die Tabakpflanze. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um Virginia-Tabak, der zu den weltweit am häufigsten angebauten und verwendeten Tabaksorten zählt. Dies liegt vor allem an seinen speziellen Merkmalen und Eigenschaften. Dies beweist zum Beispiel auch der beliebte Shisha-Tabak von Tugratobacco.
Dazu gehört auch, dass sich diese Art von Tabak besonders gut für die Aromatisierung eignet und zudem eine vergleichsweise feuchte Konsistenz aufweist, die gerade für das Shisha-Rauchen notwendig ist. Oftmals wird Virginia-Tabak auch als Bright Tobacco oder Flue-Cured-Tobacco bezeichnet.
Virginia Tabak gehört dabei zu den so bezeichneten Bright-Leaf-Tabaksorten. Ursprünglich stammt diese Tabaksorte aus dem US-Bundesstaat Virginia, wird heute aber auch in Ländern wie Indien, China, Brasilien, Simbabwe und einigen europäischen Ländern angebaut.
Welche Merkmale machen den Virginia-Tabak so interessant für die Herstellung von Shisha-Tabak?
- mildes Aroma, leicht süßlich, angenehm weicher Rauch
- hoher Zuckergehalt (verantwortlich für den süßlichen Geschmack)
- vergleichsweise niedriger Nikotingehalt
- nach dem Trocknen mit einer hellgelben bis goldbraunen Färbung
Wie läuft der Herstellungsprozess von Shisha-Tabak im Detail ab?
Die Herstellung von Shisha-Tabak beinhaltet mehrere Prozessschritte. Der gesamte Prozess startet mit der Ernte der Tabakblätter. Im zweiten Schritt werden die Blätter dann luftgetrocknet, um auf diese Weise Bitterstoffe zu reduzieren.
Anschließend schneiden die Hersteller die Tabakblätter, je nach gewünschter Konsistenz, in feine Streifen oder sogenannte Flakes. Im Anschluss daran durchlaufen diese Streifen beziehungsweise Flakes einen Waschvorgang.
Dieser gerade für aromatisierte Sorten wichtige Vorgang dient dazu, den Nikotingehalt und Eigengeschmack zu mildern. Grundsätzlich gilt: Die Qualität des Rohmaterials entscheidet maßgeblich über das Endprodukt. Hochwertiger Shisha-Tabak ist gleichmäßig geschnitten, frei von groben Stängeln und besitzt eine helle, goldgelbe Farbe.
Welche Zutat im Shisha-Tabak sorgt für Feuchtigkeit und dient als Geschmacksträger?
Das Herzstück des Shisha-Tabaks bildet aber die Melasse. Denn der zähe dunkelbraune Zuckersirup ist nicht nur für die nötige Feuchtigkeit verantwortlich, sondern dient zudem auch als Träger für Aromen und Süße. In der Regel besteht die Melasse zum einen aus Zuckerrohr-Nebenprodukten oder Honig.
Diese natürlichen Süßstoffe verleihen dem Shisha-Tabak seine angenehme Grundnote. Zum anderen zählen Glycerin und Propylenglykol zu den wesentlichen Bestandteilen der Melasse.
Während das geruchslose und feuchte Glycerin die Rauchentwicklung verbessern soll, fungiert Propylenglykol als Feuchtigkeitsspender und gleichzeitig als Aromaträger. Die Mischung aus Tabak und Melasse erfolgt dabei in präzisen Verhältnissen.
Die meisten Shisha-Tabakerzeugnisse weisen einen Anteil von etwa 30 bis 40 Prozent Tabak und etwa 60 bis 70 Prozent Melasse auf. Das Einbringen der Melasse und das Mischen mit dem Tabak ist entscheidend für die spätere Rauchdichte und den Grundgeschmack.
Warum ist die Aromatisierung von Shisha-Tabak ein wesentliches Charakteristikum?
Die Aromatisierung des Shisha-Tabaks ist ein wesentlicher Faktor für seine steigende Beliebtheit. Im Gegensatz zu klassischen Zigaretten erwartet die Shisha-Enthusiasten hier ein breitgefächertes Spektrum an unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen, was beim Konsum zu einem Erlebnis für die Sinne führen soll.
Die Auswahl reicht von klassischen Fruchtsorten wie Apfel, Erdbeere oder Traube bis hin zu exotischen Mischungen, die Namen tragen wie beispielsweise „Ice Mango“ oder „Blueberry Muffin“.
Im Rahmen des Herstellungsprozesses werden die Aromen in flüssiger Form der Melasse beigemischt. Dabei kommen sowohl natürliche als auch künstliche Aromastoffe zum Einsatz. Die Dosierung und die Reifezeit stehen hierbei besonders im Fokus. Denn zu viel Aroma kann den Tabak überlagern, zu wenig Aroma macht ihn dagegen fade.
Nach dem Einbringen der Aromen wird der Tabak sorgfältig mit den Aromen vermischt. Danach muss der Tabak mehrere Tage bis Wochen ruhen. Diese Ruhephase gilt als ein sehr wesentlicher Prozessschritt, damit sich die Aromen vollständig entfalten können.
Manche Hersteller setzen in diesem Zusammenhang auf „Cold Maceration“, bei der die Mischung bei niedrigen Temperaturen reift, um empfindliche Aromen zu schützen.
Wir halten also fest: Die Qualität von Shisha-Tabak basiert auf einem genau abgestimmten Herstellungsprozess
Die Herstellung von qualitativ hochwertigem Shisha-Tabak ist ein fein abgestimmter Prozess, der weit über das bloße Mischen von Tabak und Aroma hinausgeht. Vom Anbau der Tabakpflanze über die Auswahl und das Einbringen der Melasse bis zur finalen Aromatisierung steckt hinter jeder Dose Tabak ein Stück Handwerkskunst und sensorischer Expertise.
Wer gerne Shisha raucht, der genießt daher nicht nur den reinen Konsum, sondern auch das Ergebnis eines komplexen Herstellungsverfahrens, welches Tradition und Innovation miteinander verbindet.


