Samstag, August 13, 2022
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Tobias Hans sieht eine Tankstelle (von außen) und hat spontan Emotionen

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Bei seiner Fahrt vom beschaulichen Heim zur Doppelschicht als Ministerpräsident und Wahlkämpfer kam Tobias Hans an einer Tankstelle vorbei. Bei kaltem Ostwind lieferte er am 08.03.2022 eine Selfie-Reportage vor einer Tankstelle ab, die 2,12 Euro für einen Liter Diesel verlangte.

Tobias Hans auf Twitter: „Jetzt ist ein Punkt erreicht, wo gehandelt werden muss. Wir brauchen jetzt die #Spritpreisbremse. https://t.co/jmHInLCjRS“ / Twitter

„Wirklich irre“ fand Hans das und stellte fest, dass sich „der Staat bereichert an diesen gestiegenen Energiekosten.“ Und Hans hat gleich „die herzliche Bitte, unterstützt mich dabei, jetzt wirklich die Stimme laut zu machen gegenüber der Bundesregierung. Ne Spritpreisbremse, die muss jetzt her!“

Während zeitgleich die Ukraine kämpft gegen einen Aggressor, ringt dieser hochbezahlte Staatsdiener lieber theatralisch um seine Fassung und mit der deutschen Bundesregierung. Hier einen Zusammenhang herzustellen, wie dies beispielsweise Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP) tat, findet Hans „unsäglich“.

Der Twitter-Auftritt wurde umgehend im Netz und der Presse ausführlich kritisiert. Insbesondere seine feine Unterscheidung, die Preisexplosion träfe „jetzt nicht nur Geringverdiener, sondern (…) wirklich die vielen fleißigen Leute, die tanken müssen, (…) die zur Arbeit fahren, die die Kinder zum Sport bringen.“

Wäre Tobias Hans ein Profi der politischen Kommunikation (oder zumindest gut beraten), hätte er dieses Missgeschick verklingen lassen. Stattdessen legte er am 11.03.2022 in einem Statement für die Saarbrücker Zeitung nach: „Auch Politiker haben Emotionen (…). Das Video entstand spontan, als ich morgens an einer Tankstelle vorbeifuhr und die Spritpreise sah.“

Otto Normalbürger muss selber tanken, hat dabei auch Emotionen, auf dem Weg zur Arbeit aber keine Zeit für ein Twitter-Video. Er fragt sich auch nicht, ob der Grad seiner Betroffenheit richtig gewürdigt wird, je nachdem ob er Geringverdiener ist oder nicht.

Auch diesbezüglich zeigt Hans in der Saarbrücker Zeitung, dass er nichts von der Kritik verstanden hat: Er habe immer begrüßt, „dass die Bundesregierung geringverdienende Menschen entlastet hat.“ Aber er sehe ebenso deutlich auch die breite Mittelschicht betroffen, „die nicht nur die tragende, sondern auch die zahlende Säule unserer Gesellschaft ist, und jetzt unter den hohen Energiepreisen leidet.“

Tobias Hans ist aufgewachsen in einem wohlhabenden Beamtenhaushalt. Er hat fast nur in steuerfinanzierten Bereichen gearbeitet und konnte durch glückliche Umstände zum Ministerpräsidenten aufsteigen. Sein Ruhegehalt als Ministerpräsident können sich normale Tankstellenkunden allenfalls als Sofortrente in einer Lotterie vorstellen. Ist das vielleicht der unterbewusste Auslöser für seine Differenzierung zwischen „tragenden“ und „zahlenden“ Säulen unserer Gesellschaft? Ganz emotionslos betrachtet, jetzt mal spontan…

PS: Die politische Lage als Hintergrund des Videos beleuchtet auch tagesschau.de: Vor der Saarland-Wahl: Hans ohne Glück | tagesschau.de

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