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Landesregierung zieht Bilanz zum Hochwasserschutz zwei Jahre nach dem Pfingsthochwasser

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  • Zukunftsplan Hochwasserschutz umfasst neun Maßnahmenbereiche
  • Zuschüsse für kommunale Hochwasserschutzprojekte sollen auf bis zu 90 Prozent steigen
  • Saarland arbeitet an landesweitem Starkregen-Frühwarnsystem

Zwei Jahre nach dem schweren Pfingsthochwasser im Saarland hat Umweltministerin Petra Berg eine Zwischenbilanz zum sogenannten Zukunftsplan Hochwasserschutz vorgestellt. Nach Angaben der Landesregierung seien zahlreiche Maßnahmen bereits umgesetzt worden oder befänden sich derzeit in der Umsetzung.

Der Maßnahmenkatalog war nach dem Hochwasserereignis entwickelt worden und umfasst insgesamt neun Punkte. Laut Berg habe das Saarland zwar bereits vor dem Hochwasser über Vorbereitungen verfügt, in der Nachbereitung seien jedoch weitere Verbesserungsmöglichkeiten identifiziert worden. Dazu habe es Abstimmungen mit Kommunen, Einsatzkräften, Behörden und dem Innenministerium gegeben.

Ein Schwerpunkt liegt auf der finanziellen Unterstützung kommunaler Schutzmaßnahmen. Die Förderung des Umweltministeriums soll durch zusätzliche Bedarfszuweisungen des Innenministeriums ergänzt werden, sodass künftig Zuschüsse von insgesamt bis zu 90 Prozent für bauliche Hochwasserschutzmaßnahmen möglich sind.

Darüber hinaus wurde nach Angaben des Ministeriums die Hochwassermeldezentrale des Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz technisch, personell und räumlich modernisiert. Zudem werde das Messnetz zur Erfassung von Pegel- und Wetterdaten weiter ausgebaut.

Auch die Kommunen hätten ihre Vorsorgekonzepte weiterentwickelt. Nach Angaben des Umweltministeriums verfügen inzwischen 40 Kommunen im Saarland über Starkregengefahrenkarten. Weitere Kommunen arbeiten derzeit an entsprechenden Hochwasser- und Starkregenvorsorgekonzepten.

Seit Sommer 2025 stehen zudem landesweite Extremstarkregengefahrenkarten und Gefahrenbewertungskarten zur Verfügung. Diese sollen mögliche Auswirkungen von Starkregenereignissen in besonders schweren Szenarien sichtbar machen und sind über das Geoportal des Landes abrufbar.

Ein weiterer Schwerpunkt ist der Aufbau des Starkregen-Frühwarnsystems „KliGAS“. Nach Angaben des Ministeriums wurde die erste von drei Projektstufen bereits abgeschlossen. Entlang der Blies wurden demnach lokale Frühwarnsysteme in den Landkreisen St. Wendel, Neunkirchen und im Saarpfalz-Kreis eingerichtet. In den nächsten Schritten sollen die Systeme zusammengeführt und anschließend landesweit ausgerollt werden.

Zusätzlich investierte der Landesbetrieb für Straßenbau nach Angaben der Landesregierung rund 1,8 Millionen Euro in neue Fahrzeuge und Geräte zur Bewältigung künftiger Hochwasserlagen.

Ministerin Berg betonte, extreme Wetterereignisse seien keine Ausnahme mehr. Deshalb müsse sich das Saarland langfristig auf häufigere Starkregen- und Hochwasserereignisse einstellen.

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