Samstag, August 13, 2022
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Vermeidbares Impfstoff-Desaster

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CORONA-IMPFSTOFF: EU-BESCHAFFUNGSDESASTER

Die im Ansatz richtige und dem europäischen Geist entsprechende, gemeinsame Sammelbestellung durch die Brüsseler Behörde ging schief. Das Vertragsverhältnis mit Zeneca steht besonders im Fokus. Viel Geld (mehrere hundert Millionen Euro) wurden bezahlt und nichts geliefert und niemand weiß, wieviel Impfstoff überhaupt bisher im Vorfeld der Zulassung, wie vertraglich vereinbart, produziert worden ist.

Die offenbart den großen Mangel in der europäischen Einkaufsorganisation. Betriebswirtschaftlich versteht man unter Einkauf (Procurement) mehr, als nur Preise und Lieferzeiten verhandeln und sich dann nach Vertragsabschluss, in Hochstimmung über den guten Deal, genüsslich in seinem Sessel zurücklehnen und auf die Lieferung zu warten.

Der Weg von der Bestellung bis zur Lieferung ist oft mit nicht vorhersehbaren Hindernissen bestückt und Sicherheit für eine qualitative und quantitative Lieferung erreicht man nur durch ein professionelles Monitoring des kompletten Prozesses. Dies ist und war offensichtlich bei der Brüsseler Behörde nicht vorgesehen. Ein Organisatorischer Mangel, der dringend behoben werden muss.

Die Automobilindustrie hat professionelles Monitoring von Lieferprozessen schon seit Jahrzehnten mit der Bildung von Follow Up Gruppen im Beschaffungswesen institutionalisiert. Der Lieferant wird bei Vertragsabschluss zur Erstellung eines Fortschrittsplanes verpflichtet und muss in regelmäßigen Abständen Fertigungsstandsmeldungen abgeben. Darüber hinaus wird der Produktionsfortschritt durch Inspektoren des OEMs vor Ort beim Lieferanten nochmals gegenüber Plan überprüft und die Machbarkeit der Vertragserfüllung eingeschätzt. Werden Risiken erkannt, wird gemeinsam ein Massnahmenkatalog erstellt, dessen Einhaltung überwacht wird.

Die europäische Organisation, die mit der Beschaffung der Corona-Impfstoffe beauftragt war, hat offensichtlich nicht über Follow-Up Kapazitäten verfügt oder es nicht besser gewusst.

Der größte politische Fehler war aber, das Riesenbeschaffungspaket an eine Behörde zu geben, die keine Erfahrung mit der Beschaffung in diesem Bereich haben konnte, ohne parallel dazu professionelle Hilfe aus der Industrie anzubieten.

Rainer Kuhn

Innovations-und Business Club Signo-1

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