Wer mit dem Auto in europäische Städte reist, sollte sich vorab genau über lokale Zufahrtsregeln informieren. Darauf weist das Europäische Verbraucherzentrum (EVZ) Deutschland hin. Denn in vielen Innenstädten gelten Umweltzonen, City-Maut-Systeme oder Zufahrtsbeschränkungen, die häufig automatisiert kontrolliert werden – oft ohne Schranken oder sichtbare Sperren. Verstöße können empfindlich teuer werden.
Ziel der Maßnahmen ist nach Angaben des EVZ meist die Verringerung von Verkehr, Lärm und Abgasen. Die Umsetzung unterscheide sich jedoch von Stadt zu Stadt erheblich. Begriffe wie ZTL, LEZ oder digitale Mautsysteme könnten Reisende leicht verwirren.
Ab dem 1. Mai 2026 schafft auch Österreich eine rechtliche Grundlage für automatisierte Einfahrtskontrollen. Ob und wann solche Systeme tatsächlich eingeführt werden, entscheiden dort allerdings Städte und Gemeinden selbst.
Ein Beispiel für registrierungspflichtige Zufahrten ist Dubrovnik. Rund um die Altstadt gilt seit Juni 2025 saisonal eine verkehrsberuhigte Zone. Wer mit dem Auto etwa ein Hotel oder einen reservierten Parkplatz ansteuern will, muss sein Kennzeichen vorher anmelden. Ohne Registrierung drohen bei kamerabasierter Kontrolle hohe Strafen.
Das EVZ schildert den Fall eines Verbrauchers, der mit einem Mietwagen in Dubrovnik unterwegs war und später mit einer Forderung von mehr als 1.600 Euro konfrontiert wurde. Hintergrund sei gewesen, dass das Bußgeld zunächst an den Vermieter als Fahrzeughalter ging. Für Unternehmen könnten deutlich höhere Sätze gelten als für Privatpersonen.
Auch in Belgien gibt es Besonderheiten. Fahrzeuge müssen für Umweltzonen in Brüssel, Antwerpen oder Gent vorab kostenlos registriert werden. Während Antwerpen und Gent ihre Anmeldungen gegenseitig anerkennen, gelten in Brüssel eigene Regeln.
In Italien setzen mehrere Städte auf City-Maut oder ZTL-Zonen („Zona a Traffico Limitato“). In Mailand kostet die Einfahrt in die „Area C“ nach Angaben des EVZ derzeit 7,50 Euro pro Tag. Andere Städte wie Palermo oder Bologna nutzen ähnliche Systeme.
Wie teuer wiederholte Verstöße werden können, zeigt laut EVZ ein Fall aus Pesaro. Eine Urlauberin sei mit einem Mietwagen elfmal unbewusst in dieselbe ZTL-Zone gefahren. Noch vor Zustellung möglicher Bußgelder habe die Autovermietung bereits 660 Euro Bearbeitungsgebühren verlangt.
Ein anderes Modell nutzt Schweden. In Stockholm und Göteborg wird die City-Maut automatisch per Kamera erfasst. Die Rechnung wird später häufig über den Dienstleister EPASS24 zugestellt.
Nach Angaben des EVZ musste ein Verbraucher für eine ursprünglich 3,90 Euro hohe Forderung nach verspäteter Zahlung schließlich 44,37 Euro begleichen.
Das Verbraucherzentrum rät Autofahrern daher, sich vor jeder Reise gezielt über die Regelungen der jeweiligen Stadt zu informieren – insbesondere bei Mietwagen. Denn lokale Vorschriften könnten schnell zu unerwarteten Zusatzkosten führen.

