Wir hatten im Saarland großes Glück, wenn man den zu Ende gehenden Winter Revue passieren lässt. Wenig Schnee, viel Schmuddelwetter – das war es schon. Doch wir konnten verfolgen, wie schlimm es andernorts in Deutschland war. Zum Beispiel im Hohen Norden: Das Sturmtief „Elli“ verhinderte mit kräftigen Windböen, bergeweise Schnee und tückischem Eisregen, dass Freunde und Verwandte von dort mit der Bahn anreisen konnten, um auf 2026 anzustoßen.
In den Sinn kommt bei diesem Extremwetter das Zitat des Kieler Klimaforschers Mojib Latif, der vor 26 Jahren verkündete, dass es zu Winterzeiten in Deutschland keinen Schnee mehr geben werde. Heute will Latif davon nichts mehr wissen, doch es ist bezeichnend dafür, wie (angebliche) Klimaexperten mit Untergangs-Prophezeiungen Stimmung machen und Meinungen manipulieren können.
Am Ende war es ein normaler, in Deutschland jedoch zweigeteilter Winter. Im Norden und Nordosten sorgte ein Hoch über Skandinavien wochenlang für sibirische Kälte, während der Südwesten von wärmerer Atlantikluft beeinflusst wurde. Daher war es in Brandenburg um 1,3 Grad kühler und im Saarland zwei Grad wärmer als im langjährigen Mittel.
Erschreckend ist allerdings, dass wir auf wirkliche Winter nicht mehr eingestellt sind. In Berlin führte das vom Naturschutzbund (Nabu) gerichtlich durchgesetzte Streusalzverbot dazu, dass die Rettungsdienste überlastet und die Kliniken der Hauptstadt wegen Knochenbrüchen überfüllt waren. Das sporadisch verteilte Granulat war ein Feigenblatt der Schande für diesen Irrsinn
Auch die Energiewende zeigte sich im Winter wieder von ihrer schmutzigen Seite. 54 Prozent des Strom wurde mit Kohle und (Bio)Gas erzeugt, 35 Prozent mit Wind und nur fünf Prozent mit Photovoltaik. Der Ausstoß an CO2 lag in Deutschland bei 371 Gramm pro Kilowattstunde. Im Nachbarland Frankreich waren es dank Atomkraft nur 38 Gramm.

