Es ist schon ein wenig schizophren. Wieder einmal traf sich die Klima-Schickeria zu ihrer inzwischen 30. Welt-Klimakonferenz. Diesmal im brasilianischen Belém am Rande des Amazonas-Regenwalds. Damit die 50.000 Vertreter aus 200 Staaten nach ihren teils langen Flügen bequem weiterreisen konnten, wurde durch den eigentlich schützenswerten Dschungel eine 13 Kilometer lange Autobahn gebaut. Viele Teilnehmer wurden zudem auf eilig herangeschipperten Kreuzfahrtschiffen untergebracht, deren Einfluss auf das Klima eigentlich verheerend ist. Bei einer einwöchigen Kreuzfahrt stößt jeder Passagier so viel CO2 aus wie auf seinen Autofahrten während eines ganzen Jahres.
Zu den Ritualen jeder Klimakonferenz gehört auch, dass im Vorfeld regelmäßig Katastrophenmeldungen veröffentlicht werden – diesmal das „Faktenpapier“ der European Climate Foundation. Aus ihm geht nicht nur hervor, dass 2024 mal wieder das wärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen gewesen sein soll, sondern auch, dass Europa sich von allen Kontinenten am schnellsten erwärmt. Daher müssten wir Europäer besonders viel gegen den Klimawandel tun. Das ist – gelinde gesagt – Nonsens. Ein Blick auf den Globus zeigt, dass die Nordhalbkugel der Erde über wesentlich mehr Landmasse verfügt als der südliche Teil, wo die Wasserflächen überwiegen, die als Meere und Ozeane 70 Prozent der Erde bedecken. Da bei einer Erwärmung über Land wesentlich weniger Wasser verdunsten und beim Verdampfen für Abkühlung sorgen kann als über den Meeren, muss es dort wärmer werden – ob wir wollen oder nicht.
Trotzdem hat das Saarland ein Konzept und ein Gesetz in Sachen Klimaschutz beschlossen. 1,5 Milliarden Euro will das Land in die Hand nehmen, um auf seinen 0,025 Prozent der Fläche Europas bis 2045 klimaneutral zu werden. Das ist zwar kaum messbar, doch einer muss ja vorangehen.


