Allmählich schwant es den politisch Verantwortlichen, dass das auf EU-Ebene beschlossene Verbrennerverbot eine miserable Idee war. Es besagt, ab 2035 keine neuen Pkw mehr zuzulassen, die mit fossilem Diesel oder Benzin betankt werden. Von den Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union bis hin zu den Ministerpräsidenten der Bundesländer fordern jetzt alle, dass dieses Verdikt abgemildert wird. So sollen Plug-in-Hybride (großer Verbrenner-, kleiner E-Motor) oder Range Extender (kleiner Verbrenner-, großer E-Motor) auch ab 2035 erlaubt sein.
Dieser Mittelweg führt in die Sackgasse. Die einzige Lösung ist, das geplante Verbrenner-Aus komplett zu kippen. Jeder soll sich auch ab 2035 das Auto kaufen können, das er fahren will und sich leisten kann – unabhängig vom Antrieb. Dann wird man sehen, was sich durchsetzt.
Dirigistische Eingriffe in den Markt sind meist von Übel. In diesem Fall sind sie für deutsche Autoindustrie tödlich. Denn das Verbrennerverbot spielt vor allem den chinesischen Autobauern in die Karten. Sie werden – trotz Zollschranken – ihre billigen E-Autos in den europäischen Markt drücken und die heimischen Hersteller verdrängen. Hunderttausende hochbezahlter Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel, was vor allem im Saarland, wo noch fast 19.000 Jobs am Verbrenner hängen, zu einer verheerenden Deindustrialisierung führen dürfte.
Zudem steht die EU mit ihrem Verbrennerverbot weltweit weitgehend allein auf weiter Flur. Der Bundesstaat Kalifornien, der ähnliches plante, ist inzwischen vom US-Senat zurückgepfiffen worden. In Sachen Klimaschutz ist das Benziner- und Diesel-Aus ebenfalls zu vernachlässigen. Derzeit steuert die deutsche Verbrennerflotte gerade einmal 0,24 Prozent zu den globalen CO2-Emissionen bei. (Klima)Moral statt Markt ist leider zum Markenzeichen der EU geworden – Nachahmung nicht zu empfehlen.


