Samstag, August 13, 2022
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Wir nehmen Abschied von Heinrich Kraus

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Ein großer Dichter aus St. Ingbert:

Heinrich Kraus 

Meine Gedichte:

Laub vom Baum meines Lebens,

das Blatt um Blatt fällt.

So hat er es vor vielen Jahren schon in seinem Haiku-Band „Distelblüten“ geschrieben. Nun ist Heinrich Kraus gestorben. Mit ihm starb einer der bedeutends-ten zeitgenössischen Mundart-dichter. Hinterlassen hat er ein gewaltiges schriftstellerisches Werk, in Schriftdeutsch und in Mundart. Er schrieb Gedichte, Hörspiele, Fernsehspiele, Thea-terstücke, Romane und Jugend-bücher. Letztere wurden ins Japanische und Chinesische übersetzt.

Älteren St.Ingbertern besonders in Erinnerung ist vielleicht die

ZDF-Produktion „Die Buddik“

oder auch das vom Südwestfunk gesendete Hörspiel „Zwische Dah un Dunkel“.

Kraus erhielt zahlreiche Literaturpreise, unter anderem mehrmals Erste Preise im Pfälzer Volks-schauspiel-Wettbewerb, Preise in saarländischen Mundartwettbewerben und den „Pfalzpreis für Literatur“. 2005 wurde er für sein literarisches Schaffen mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausge-zeichnet.

Heinrich Kraus wurde 1932 in St.Ingbert geboren. Nach der Schulzeit verbrachte er einige Jahre in Frankreich, Spanien und Italien, arbeitete dann als Auslandskorrespondent in einer

Homburger Pumpenfabrik.

1964 verzog er nach Miesau, wo er mit Frau und vier Kindern in finanziell bescheidenen Verhältnissen lebte. Seit 1980 arbei-tete er als freier Schriftsteller.

Seine Werke zeigen eine große thematische wie formale Spann-breite. Er schreibt über Familie, Arbeitswelt, Natur, über Liebe und Lust, aber auch Krieg und Tod. Dabei benutzt er vielfältige

Formen wie Ballade, Fabel, Sa-tire, Parodie und handhabt souverän traditionelle wie experimentelle lyrische Formen.

Wohl auch infolge seines Weggangs in die Pfalz wurden seine literarischen Leistungen im

Saarland zu wenig gewürdigt. Es widerstrebte auch seiner be-scheidenen, freundlich-ruhigen Art, sich ins Licht der Öffentlichkeit zu drängen. Seiner Heimatstadt St.Ingbert blieb Kraus aber immer verbunden. Er sah sie – in den „Dengmerdern Geschichden“, in Büchern wie „Rechts un links von de Großbach“ oder „Parrgass, Mess un Dejwelsinsel“ – mit bisweilen kritischem Blick, immer zugleich mit Humor und Herz-lichkeit.

St.Ingbert dankt Heinrich Kraus. Er wird hier unvergessen sein, sein Werk wird bleiben.

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