StartWirtschaftBäckerhandwerk in der Krise: Immer mehr Traditionsbetriebe kämpfen ums Überleben

Bäckerhandwerk in der Krise: Immer mehr Traditionsbetriebe kämpfen ums Überleben

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Das Bäckerhandwerk im Saarland und in Rheinland-Pfalz steht nach einer aktuellen Strukturanalyse unter erheblichem wirtschaftlichem Druck. Steigende Energie- und Rohstoffkosten, Personalmangel, verändertes Kaufverhalten und wachsender Wettbewerb durch Großbäckereien und Discounter setzen immer mehr Betrieben zu.

Die Analyse verweist auf mehrere prominente Beispiele aus der Region. Im Juli 2026 stellte die traditionsreiche Bäckerei Wolfgang Maurer GmbH in Saarbrücken-Dudweiler Insolvenzantrag. Als Ursachen werden unter anderem Fachkräftemangel, rückläufige Umsätze sowie gestiegene Kosten genannt.

Bereits zuvor war auch die Biebelhausener Mühle aus Ayl erneut in die Insolvenz geraten. Das Unternehmen mit rund 60 Filialen und etwa 550 Beschäftigten hatte bereits 2023 ein Insolvenzverfahren durchlaufen. Trotz eines Investors und umfangreicher Sanierungsmaßnahmen musste im Frühjahr 2025 erneut Insolvenz angemeldet werden. Weitere Beispiele sind die Bäckerei Stamm in Bingen sowie die Bäckerei Schaefer im Saarland, die ebenfalls wirtschaftliche Schwierigkeiten bewältigen mussten.

Nach der Analyse betrifft die Entwicklung längst nicht mehr nur einzelne Unternehmen. Besonders in kleineren Gemeinden schließen immer häufiger Bäckereien, wodurch nicht nur die Nahversorgung leidet, sondern auch wichtige Treffpunkte im Ortsleben verloren gehen. Zwar übernehmen größere Filialisten teilweise einzelne Standorte, doch viele dieser Filialen werden nach kurzer Zeit ebenfalls wieder geschlossen.

Als wesentliche Ursachen nennt die Untersuchung die stark gestiegenen Energie- und Rohstoffpreise, den anhaltenden Fachkräftemangel sowie die zunehmende Verlagerung des Einkaufs zu Backstationen in Supermärkten und Discountern. Gleichzeitig entfällt inzwischen ein Großteil des Branchenumsatzes auf wenige große Filialbetriebe, während kleinere Handwerksbäckereien immer stärker unter Druck geraten.

Hinzu kommt der Nachwuchsmangel. Obwohl die Zahl der Auszubildenden zuletzt wieder leicht gestiegen ist, fehlen vielerorts qualifizierte Bäckerinnen, Bäcker und Fachverkäufer. Nach Einschätzung der Autoren belasten zudem umfangreiche Dokumentations- und Verwaltungspflichten insbesondere kleinere Betriebe.

Die Studie sieht dennoch Perspektiven für das Handwerk. Chancen werden unter anderem in einer stärkeren Ausrichtung auf handwerkliche Qualität, regional erzeugte Produkte, dem Ausbau von Café- und Snackangeboten sowie in digitalen Vertriebswegen und moderner Produktionstechnik gesehen. Gleichzeitig fordern die Branchenverbände politische Entlastungen, etwa beim Bürokratieabbau und den Arbeitsbedingungen. Ziel sei es, das traditionelle Bäckerhandwerk als Bestandteil der regionalen Nahversorgung langfristig zu erhalten.

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