StartFeaturePyrum schließt Vertrag für Reifenrecyclinganlage in Tschechien

Pyrum schließt Vertrag für Reifenrecyclinganlage in Tschechien

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Die Dillinger Pyrum Innovations AG hat einen weiteren Schritt beim Ausbau ihrer Thermolysetechnologie gemacht. Das Unternehmen und das Gemeinschaftsunternehmen SUAS reTire s.r.o. unterzeichneten einen Anlagenkaufvertrag für ein geplantes Reifenrecyclingwerk im tschechischen Sokolov. Es handelt sich nach Angaben von Pyrum um den ersten Anlagenkaufvertrag für ein Werk außerhalb der eigenen Standorte.

Das Joint Venture, an dem Pyrum mit 49 Prozent und der tschechische Partner SUAS Ecology mit 51 Prozent beteiligt sind, hat zugleich die Kreditverträge mit einer tschechischen Bank abgeschlossen. Nach Angaben des Unternehmens ist das Projekt damit vollständig finanziert. SUAS reTire bestellte die von Pyrum entwickelte Thermolyseanlage verbindlich. Sie umfasst drei Reaktoren sowie die dazugehörige Prozesstechnik.

Pyrum übernimmt dabei nicht nur die Lieferung der zentralen Technologie. Das Unternehmen soll auch die Integration weiterer Anlagenkomponenten am Standort in den zentralen Leitstand sicherstellen. Eine erste Anzahlung an Pyrum soll in den kommenden Wochen erfolgen.

Für das Unternehmen aus Dillingen ist das Projekt von besonderer Bedeutung, weil die eigene Technologie damit erstmals in einem externen Werk eingesetzt werden soll. Vorstandschef Pascal Klein spricht von einem „bedeutenden Meilenstein“ und verweist auf die technischen, finanziellen und organisatorischen Vorarbeiten. Die gesicherte Finanzierung sei zugleich ein Zeichen des Vertrauens der Projektpartner in die Technologie, erklärte Klein.

Das geplante Werk soll jährlich mehr als 22.000 Tonnen Altreifen verarbeiten können. Dafür sind drei Thermolyse-Reaktoren vorgesehen. Beim Verfahren werden die Reifen thermisch behandelt. Pyrum will daraus unter anderem Pyrolyseöl und sogenanntes recovered Carbon Black gewinnen, die anschließend wieder in industriellen Produktionsprozessen eingesetzt werden können.

Für den Standort Sokolov spricht nach Unternehmensangaben auch die vorhandene Infrastruktur. Dort betreibt die SUAS Group bereits ein Kraftwerk. Das im Pyrolyseprozess entstehende Gas soll deshalb zur Energiegewinnung und Stromerzeugung genutzt werden können. Größere zusätzliche Investitionen in die Energieinfrastruktur seien nach Darstellung des Unternehmens dadurch nicht erforderlich.

Die ersten Bauarbeiten auf dem Gelände haben nach Angaben von Pyrum bereits begonnen. Mit der Bestellung der zentralen Anlagentechnik und den ersten Zahlungen sollen nun weitere Komponenten beschafft und der Bau vorangetrieben werden. Die Inbetriebnahme des Werks ist für das Frühjahr 2028 vorgesehen.

Pyrum entwickelt seit 2008 Thermolyseverfahren für das Recycling von Altreifen und bestimmten Kunststoffen. Das Unternehmen bezeichnet seine Technologie als nahezu emissionsfrei und verweist auf Zertifizierungen für die dabei entstehenden Produkte. Wie erfolgreich sich das Verfahren im industriellen Maßstab außerhalb der eigenen Standorte bewähren wird, muss das geplante Werk in Tschechien allerdings erst zeigen.

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