München. Die deutsche Wirtschaft blickt pessimistisch auf das kommende Jahr. Wie das ifo Institut in seiner aktuellen Erhebung mitteilt, hat sich die Stimmung unter den Unternehmen in Deutschland im Dezember 2025 erneut verschlechtert. Der viel beachtete ifo Geschäftsklimaindex fiel von 88,0 Punkten im November auf 87,6 Punkte im Dezember. Dies ist der zweite Rückgang in Folge und markiert ein trübes Ende eines ohnehin stagnierenden Jahres.
Laut ifo-Präsident Clemens Fuest blicken die Unternehmen „pessimistischer auf das erste Halbjahr 2026“. Während die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage im Vergleich zum Vormonat unverändert blieb, trübten sich die Erwartungen für die kommenden sechs Monate ein. „Das Jahr endet ohne Aufbruchstimmung“, resümiert Fuest.
Rückgang in fast allen Sektoren
Der Pessimismus zieht sich durch fast alle Wirtschaftsbereiche. Im Verarbeitenden Gewerbe fiel der Index, getrieben von pessimistischeren Erwartungen, wobei die aktuelle Lage auf niedrigem Niveau etwas besser beurteilt wurde. Die Unternehmen verzeichneten einen Rückgang bei den Neuaufträgen und planen, die Produktion zurückzufahren.
Auch im Dienstleistungssektor rutschte das Geschäftsklima wieder in den negativen Bereich. Die Dienstleister zeigten sich unzufriedener mit den laufenden Geschäften und korrigierten ihre Erwartungen nach unten. Eine Ausnahme bildet hier die Gastronomie, die von einem „sehr starken Dezember“ berichtete.
Im Handel verschlechterte sich das Klima ebenfalls. Die Einzelhändler waren unzufrieden mit dem Weihnachtsgeschäft und beurteilten sowohl die aktuelle Lage als auch die Aussichten für das erste Halbjahr 2026 negativer.
Das Bauhauptgewerbe verharrte auf einem niedrigen Niveau. Zwar wurde die aktuelle Lage schlechter bewertet, dafür blickten die Unternehmen „weniger skeptisch auf die kommenden Monate“.
Ein Jahr der Stagnation
Der Rückgang im Dezember passt ins Bild eines wirtschaftlich enttäuschenden Jahres 2025. Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo Umfragen, spricht von einer „nur von den Erwartungen getriebene Stabilisierung des Geschäftsklimas“, wobei die Euphorie vom Jahresbeginn schnell verblasst sei. Von Januar bis November stieg der Index insgesamt nur um magere 2,8 Punkte. Die Einschätzung der aktuellen Lage veränderte sich über das Jahr kaum, während die Erwartungen leicht zulegten. „Die Unternehmen blicken nüchtern und besorgt auf die wirtschaftliche Entwicklung“, so Wohlrabe.
Insgesamt zeigt sich über alle Branchen hinweg, dass von einer Erholung keine Rede sein kann. Während sich das Geschäftsklima in der Industrie im Jahresverlauf zwar spürbar verbesserte, blieben nahezu alle Branchen im negativen Bereich. Im Handel erholte sich die Stimmung etwas, blieb aber zum Jahresende auf einem sehr niedrigen Niveau. Der Bau zeigte eine Aufwärtstendenz, kam aber bis November nicht aus dem negativen Bereich heraus. Bei den Dienstleistern gab es kaum Bewegung, wobei sich die Stimmung in der Lagerei und im Gastgewerbe verbesserte, während sie im Verlagswesen fiel.
Das ifo Geschäftsklima basiert auf monatlichen Meldungen von circa 9.000 Unternehmen. Es gilt als wichtiger Frühindikator für die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland.


