StartWirtschaftWirtschaftsrat Saarland fordert: Bildung und Arbeitsmarkt gemeinsam denken

Wirtschaftsrat Saarland fordert: Bildung und Arbeitsmarkt gemeinsam denken

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Der Wirtschaftsrat Saarland hat eine enge Verzahnung von Bildung und Arbeitsmarkt gefordert, um die Zukunftsfähigkeit der Sozialen Marktwirtschaft zu sichern. In einem gemeinsamen Impuls sprachen sich Matthias Bruch, Landesvorsitzender des Wirtschaftsrats Saarland, und Prof. Dr. Julia Knopf, Vorsitzende der Landesfachkommission Bildung und Arbeitsmarkt Saarland/Rheinland-Pfalz, für eine strategische Neuausrichtung der Bildungspolitik mit direktem Bezug zur wirtschaftlichen Realität aus.

„Die Soziale Marktwirtschaft lebt vom Versprechen, wirtschaftlichen Fortschritt mit gesellschaftlicher Teilhabe zu verbinden. Damit dieses Versprechen auch in Zeiten von Digitalisierung und Fachkräftemangel tragfähig bleibt, braucht es qualifizierte Menschen, die bereit sind, Veränderung mitzutragen“, erklärte Bruch. Er verwies auf die aktuellen PISA-Ergebnisse: Ein Kompetenzverlust von nur einem Schuljahr könne langfristig einen volkswirtschaftlichen Schaden von bis zu 14 Billionen Euro verursachen. „Bildung ist damit nicht nur ein gesellschaftliches Anliegen, sondern ein wirtschaftlicher Schlüssel“, so Bruch.

Der Wirtschaftsrat benennt drei zentrale Handlungsfelder:

  1. Arbeitsmarktintegration als ökonomischer Hebel: Menschen mit Migrationshintergrund müssten gezielt und differenziert qualifiziert werden – „nicht als Sozialmaßnahme, sondern als wirtschaftliche Notwendigkeit“.
  2. Umskilling im Strukturwandel: Die Transformation der Industrie erfordere neue Lernformate und modulare Weiterbildungsangebote, die unabhängig von Alter oder Herkunft greifen.
  3. Human & Artificial Intelligence als Zukunftskompetenz: Künstliche Intelligenz verändere Geschäftsmodelle, daher würden Menschen gebraucht, „die Technologie verstehen und gleichzeitig über soziale Intelligenz und kritisches Denken verfügen“.

Prof. Dr. Julia Knopf unterstrich die Dringlichkeit: „Wir brauchen eine Bildungspolitik, die Anschlussfähigkeit schafft – für die Menschen und für die Unternehmen. Bildung ist kein nachgelagerter Faktor, sondern der Dreh- und Angelpunkt wirtschaftlicher Entwicklung.“

Darüber hinaus unterstützt der Wirtschaftsrat auch wirtschaftspolitische Maßnahmen zur kurzfristigen Stabilisierung des Arbeitsmarktes. In diesem Zusammenhang bezieht er sich auf die Positionen von Ute Mücklich-Heinrich, wirtschaftspolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion:

  1. „Wenn 75 % der Frauen mehr arbeiten würden, wenn die Kinderbetreuung gesichert wäre, dann ist das keine Privatsache mehr, sondern ein politischer Auftrag.“
  2. „Arbeit muss sich wieder lohnen! Das Bürgergeld schafft in manchen Fällen zu wenig Anreize für eine Arbeitsaufnahme und sollte durch eine Grundsicherung ersetzt werden.“
  3. „Wir brauchen mehr Einwanderung in den Arbeitsmarkt. Dabei befinden wir uns im Wettbewerb mit anderen Ländern. Wir brauchen deshalb dringend schnellere Genehmigungs– und Anerkennungsverfahren. Wichtig wäre auch eine Work-and-Stay-Agentur als bundesweite, attraktive und übersichtliche Anlaufstelle.“

Über die Initiatoren
Matthias Bruch ist Geschäftsführer der Globus Gruppe und steht für moderne Unternehmensführung mit gesellschaftlicher Verantwortung. Prof. Dr. Julia Knopf ist Bildungsunternehmerin, Professorin für Didaktik und Digitalisierung und leitet das Forschungsinstitut Bildung Digital.

Der Wirtschaftsrat Saarland setzt mit seinem Impuls ein klares Signal: Bildung und Arbeitsmarkt dürfen nicht länger getrennt gedacht werden – sie sind entscheidend für die wirtschaftliche Stärke und die gesellschaftliche Stabilität der Region.

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