Anlässlich des Welttierschutztages am 4. Oktober hat die Arbeitsgruppe Saarland der Organisation Ärzte gegen Tierversuche auf die aus ihrer Sicht hohen Kosten und ethischen Probleme von Tierversuchen aufmerksam gemacht. Im Rahmen einer Transparenzoffensive ruft die Gruppe rund 24.000 Unterstützer einer bundesweiten Petition dazu auf, sich an den Bundesrechnungshof, die Landesrechnungsämter sowie den Bund der Steuerzahler zu wenden.
Nach Angaben der Organisation würden Tierversuche nicht nur großes Tierleid verursachen, sondern auch enorme öffentliche Kosten verursachen. „Tierversuche sind nicht nur grausam und nicht auf den Menschen übertragbar, sondern stellen eine enorme Steuergeldverschwendung dar“, so die Sprecher der AG-Saarland in einer Pressemitteilung. Der finanzielle Schaden für die Steuerzahler gehe nach Schätzungen der Gruppe in die Milliarden. Insgesamt würden jährlich rund vier Milliarden Euro in Deutschland für Tierversuche aufgewendet. Allein der Jahresumsatz des Tierzuchtunternehmens Charles River, dem größten Lieferanten für Versuchstiere, betrage rund 2,1 Milliarden Euro. Eine genmanipulierte Maus könne bis zu 85.000 Euro kosten.
Auch die Zahl der sogenannten „Überschusstiere“ sei problematisch. Laut Angaben des saarländischen Umweltstaatssekretärs Sebastian Thul wurden im Jahr 2021 insgesamt 2.554.560 solcher Tiere registriert. Diese Zahl überstieg die der zu wissenschaftlichen Zwecken getöteten Tiere (2.503.682) um etwa 50.000 Tiere. Die AG-Saarland bezeichnet dies als massiven Missstand, sowohl aus tierschutzrechtlicher als auch aus wirtschaftlicher Sicht.
Kritik übt die Organisation insbesondere an der Verteilung öffentlicher Fördergelder: Rund 99 Prozent der staatlichen Mittel flössen in Tierversuchsprojekte, während nur etwa ein Prozent – rund 30 Millionen Euro – in die Förderung tierversuchsfreier Forschung investiert werde. Diese Verhältnisse müssten dringend geändert werden, so die Gruppe. Durch die Förderung alternativer Methoden könnten Bund und Länder entlastet und Mittel für andere gesellschaftlich wichtige Bereiche wie Gesundheit, Pflege und Bildung freigesetzt werden.
Die AG-Saarland hat den saarländischen Finanz- und Wissenschaftsminister Jakob von Weizsäcker sowie Staatssekretär Wolfgang Förster um eine Stellungnahme gebeten. Zudem befasst sich der Ausschuss für Eingaben im saarländischen Landtag mit einer Eingabe, die die Einhaltung des Wirtschaftlichkeitsgrundsatzes bei Tierversuchen thematisiert.

