Saarbrücken. Die Zukunft des ZF-Werks in Saarbrücken sorgt weiter für große Unsicherheit. Während in Friedrichshafen der Aufsichtsrat des Automobilzulieferers tagt, hat SPD-Fraktionschef Ulrich Commerçon die Unternehmensführung scharf kritisiert und die Beschäftigten im Saarland unterstützt. Mit einer Entscheidung für das Werk in Saarbrücken wird zwar noch nicht gerechnet, doch die Sorgen der rund 8.500 Beschäftigten wachsen.
„ZF darf sich seiner Verantwortung gegenüber den Beschäftigten im Saarland und dem Industriestandort Deutschland nicht entziehen“, erklärte Ulrich Commerçon. „Die Krise bei ZF ist nicht vom Himmel gefallen. Sie ist das Ergebnis strategischer Fehlentscheidungen des früheren Managements und darf nicht auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden.“
Der SPD-Politiker erinnerte daran, dass die Belegschaft bereits erhebliche Zugeständnisse gemacht habe: „Die Beschäftigten in Saarbrücken haben mit persönlichem Verzicht bereits einen erheblichen Beitrag zu einer gelingenden Transformation geleistet, Zeitverträge wurden nicht verlängert, ganze Teams arbeiten unter Sparzwang. Trotzdem wurde verlässlich produziert.“
Besonders kritisch sieht Commerçon die aktuelle Situation mitten in den Sommerferien: „Jetzt bangen viele Familien um ihre Existenz. Während andere mit ihren Kindern Urlaub machen, wissen viele ZF-Beschäftigte nicht, ob sie sich den nächsten oder übernächsten Sommerurlaub noch leisten können.“
Von der Konzernspitze fordert Commerçon ein klares Signal für den Standort Saarbrücken: „Der neue Vorstand steht in der Verantwortung, aus den Fehlern der Vergangenheit die richtigen Konsequenzen zu ziehen. Er muss zeigen, dass industrielle Wertschöpfung in Deutschland auch künftig eine Perspektive hat. Eine gute Zukunft für ZF gibt es nur Hand in Hand mit den Beschäftigten.“

