Bei einem Gewaltvorfall in einem Regionalexpress zwischen Landstuhl und Homburg ist am Montagabend ein Zugbegleiter lebensgefährlich verletzt worden. Gegen einen 26-jährigen Tatverdächtigen wurde inzwischen Haftbefehl wegen des dringenden Verdachts des versuchten Totschlags erlassen.
Nach Angaben der Polizei ereignete sich der Vorfall am 2. Februar während einer Fahrscheinkontrolle in einem Regionalzug, der sich auf der Strecke in Richtung Homburg befand. Demnach konnte der 26-jährige Fahrgast keinen gültigen Fahrschein vorweisen. Als der Mann daraufhin aufgefordert wurde, den Zug zu verlassen, soll die Situation eskaliert sein. Der Tatverdächtige griff laut Polizei den 36-jährigen Zugbegleiter an.
Der Bahnmitarbeiter erlitt dabei lebensgefährliche Verletzungen. Nach Eintreffen des Zuges in Homburg musste der Mann reanimiert werden. Fahrgäste leisteten Erste Hilfe und verständigten die Polizei. Der Verletzte wurde anschließend in ein Krankenhaus eingeliefert.
Der mutmaßliche Täter wurde noch vor Ort von Einsatzkräften der Landespolizei des Saarlandes sowie der Bundespolizei festgenommen. Die Ermittlungen zum genauen Tathergang und zu möglichen Hintergründen führt die Kriminaldirektion Kaiserslautern. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Zweibrücken wurde der Beschuldigte am Dienstag einem Richter vorgeführt. Das Amtsgericht Zweibrücken erließ daraufhin Haftbefehl wegen des dringenden Tatverdachts des versuchten Totschlags. Weitere Details zum Tatablauf oder zum Stand der Ermittlungen wurden bislang nicht veröffentlicht.
Die saarländische Mobilitäts- und Justizministerin Petra Berg verurteilte den Angriff scharf. „Dieser verachtenswerte und rohe Ausbruch von Gewalt kann nur auf das Schärfste verurteilt werden und erschüttert mich tief. Die Nachricht eines weiteren tätlichen Angriffs auf einen Menschen, der seinen Beruf gewissenhaft ausübt, macht mich fassungslos“, erklärte Berg.
Zugleich verwies die Ministerin auf eine zunehmende Zahl von Übergriffen gegen Beschäftigte im öffentlichen Dienst. „Gewalt gegen Zugbegleiter und öffentliche Bedienstete ist leider keine Seltenheit mehr. Umso mehr müssen wir uns als Gesellschaft geschlossen gegen ein solches Verhalten stellen und mit der gesamten Härte des Rechtsstaates gegen solche Taten vorgehen. Unsere Gedanken sind in diesen schweren Stunden bei dem Schwerverletzten, seiner Familie und den Kolleginnen und Kollegen des Angegriffenen.“

