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Frühjahrsfreude ohne Gift im Garten

Glyphosathaltige (Roundup) Pflanzenschutzmittel meiden

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von Manfred Stalter, Neuweiler

Frühjahr, ist es wieder soweit, Hausbesitzer und Hobbygärtner beginnen rund um Haus und Garten mit dem Frühjahrsputz, in Fügen und Ritzen versiegelter Flächen muss Unkraut und Moos entfernt werden. Das setzen von Blumen, Kräutern und die An- und Aufzucht von Salat und Gemüse beginnt. Was wäre da einfacher als sich mit den gewohnten Pflanzenschutzmitteln aus dem Fachhandel, Super- oder Baumarkt zu versorgen.

Kaum jemand ist indes bewusst welche Gefahren von diesen so praktisch wirkenden Pflanzenschutzmitteln  für Leib und Leben ausgehen können. Nach bisherigen Forschungsergebnissen der WHO wird Glyphosat als „warscheinlich krebserregender Stoff“ eingestuft, so sieht auch das Umweltbundesamt weiterhin Handlungsbedarf zur Erforschung von schädigenden Auswirkungen auf Mensch, Tier und Umwelt. Gemäß dem Pflanzenschutzgesetz dürfen versiegelte öffentliche Flächen schon seit dem Jahr 2013 nicht mehr mit solchen Pflanzenschutzmitteln behandelt werden.

Unsere Stadt Sulzbach verzichtet hierbei schon seit Jahren auf den generellen Einsatz von glyphosathaltigen Pflanzenschutzmitteln, wie uns auf Anfrage bei der zuständigen Stelle mitgeteilt wurde.

Im Umweltverhalten von Glyphosat zeigt sich ein adsorbiertes Verhalten mit einer Halbwertszeit von durchschnittlich 32 Tagen (gemessen wurde dies jedoch auch noch bis zu 197 Tage, da ein längerfristiger Abbau im basischen Bereich stattfindet). Ebenfalls nicht unbedenklich ist die Freisetzung von Kohlenstoffdioxid, Phosphat und Ammonium. Die internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) kam im März 2015 zum Ergebnis, dass es begrenzte Nachweise für das krebserzeugende Potenzial von Glyphosat beim Menschen gebe. Die Beweislage, dass die Substanz bei Ratten und Mäusen zu Tumoren führe, wurde als ausreichend bewertet. Die IARC stufte Glyphosat daher in die Kategorie 2A (wahrscheinlich krebserzeugend für den Menschen, probably carcinogenic to humans) ein. Seit Juli 2015 ist die ausführliche Begründung der IARC hinsichtlich der Bewertung von Glyphosat verfügbar. Die IARC stützt ihre Bewertung hinsichtlich einer kanzerogenen Wirkung bei Menschen hauptsächlich auf mehrere Fall-Kontroll-Studien sowie die Agricultural Health Study (AHS), eine epidemiologische Kohortenstudie (einen Zusammenhang zwischen einer oder mehreren Expositionen und dem Auftreten einer Krankheit aufzudecken) mit 57.311 Landwirten in USA. Fall-Kontroll-Studien aus den USA, Kanada und Schweden zeigten ein gesteigertes Risiko, am Non-Hodgkin-Lymphom zu erkranken.  Eine glyphosathaltige Formulierung hatte bei Mäusen die Promotion von Hauttumoren zur Folge. Eine gentoxische Wirkung von Glyphosat sieht die IARC ebenfalls als gut belegt an.

Die Wirkungsweise von Glyphosat besteht darin ein wichtiges Enzym in Pflanzen zu blockieren, das zur Synthese der aromatischen Aminosäuren Phenylalanin, Tryptophan und Tyrosin über den Shikimatweg in Pflanzen, wie auch in den meisten Mikroorganismen, benötigt wird. In diesem Zusammenhang sollte man einmal die Wirkungsweise von Phenylalanin beim Menschen berücksichtigen, welche so durch Pflanzenschutzmittel in den Pflanzen nicht mehr synthetisiert werden können, könnte man auch von sogenannten „toten Lebensmitteln“ sprechen, ist doch Phenylalanin eine essentielle Aminosäure welche der Mensch für seinen Organismus braucht! Phenylalanin trägt zur Synthese wichtiger körpereigener Proteine bei. Dazu gehören beispielsweise Insulin, Papain und Melanin sowie das Schilddrüsenhormon Thyroxin. Phenylalanin kann in die vom Gehirn benötigte Botenstoffe (Neurotransmitter Dopamin, Serotonin und Tyramin) umgewandelt werden und hat auf diese Weise anregende Wirkung. Es kann die Gedächtnisleistung stärken und den Appetit zügeln. Phenylalanin wird außerdem für die Beseitigung von Schadstoffen durch die Nieren und Blase benötigt. Phenylalanin wird in der Leber zu Tyrosin umgewandelt, das nur aus dieser Aminosäure hergestellt werden kann. Tyrosin wird danach in andere Stoffe, Hormone und Neurotransmitter, umgebaut. Tyrosin ist beispielsweise ein Vorläuferstoff des Hautpigmentes Melanin, und es trägt dazu bei, das Schilddrüsenhormon Thyroxin zu bilden. Anders als sonst bei Aminosäuren kann Phenylalanin Enzyme im Zentralen Nervensystem blockieren, die körpereigene „Schmerzstiller“ abbauen. Werden sie gehemmt, können bestimmte Stoffe (Enkephaline) Schmerzen besser lindern. Phenylalanin hat außerdem antidepressive Fähigkeiten, es wird aber vor allem eingesetzt, um chronische Schmerzen zu lindern. Phenylalanin bildet eine Vorstufe der Nebennierenmark-Hormone Adrenalin und Noradrenalin. Beide sind u. a. für die Aktivierung der Fettgewebslipase zuständig. Dieses Enzym setzt Körperfett frei und zerlegt es in seine Bestandteile Glycerin und Fettsäuren. Ferner sind diese Hormone für die Kreislaufregulation erforderlich. Phenylalanin spielt eine wichtige Rolle beim Stoffwechsel von Hormonen (u.a. Schilddrüsenhormon) und wirkt mit bei der Bildung von wichtigen Neurotransmittern (chemische Überträgersubstanzen im Zentralnervensystem und in den peripheren Nerven). Diese Aminosäure verbessert die Gehirn-Chemie, macht kreativ, hellwach und optimistisch. Phenylalanin ist eine Vorstufe des Schilddrüsenhormons Thyroxin, welches die Höhe des Grundumsatzes bestimmt. Außerdem erhöht es die Freisetzung von Cholezystikinin, einem Hormon, dass u. a. als Sättigungsfaktor fungiert. Phenylalanin ist wichtig bei der Eliminierung von Schadstoffen durch Nieren und Blase.

Bitte bedenken Sie in diesem Frühjahr für sich selbst, ihre Kinder und auch vielleicht Enkel das sie zukünftig auf glypohosathaltige Pflanzenschutzmittel verzichten zum Wohle ihrer Gesundheit, ihrer Familie und unserer Umwelt. Verwenden sie biologische Pflanzenschutzmittel bzw. biologisch Abbaubare oder gereichen sie sich einer Entscheidung wie im ökologischen Landbau das Unkraut wie früher einfach zu jähten, dauert zwar länger dafür aber wesentlich gesunder und nicht nur weil sie länger an der frischen Luft sind.

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