Es kommt wieder Leben in die Innenstadt

Ein Gespräch mit Citymanager Dieter Heckmann

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Dieter Heckmann steigt die Treppe ins zweite Stockwerk des Sulzbacher Rathauses empor, wo sich sein Büro befindet. „Ich komme gerade von der Einweisung zweier Flüchtlinge in ihre Wohnung.“  Die Organisation von Wohnungen für die Asylsuchenden gehört – wie viele andere Dinge auch – zu seinem Job des Citymanagers, den er seit dem 1. Januar 2015 innehat. „Ich bin zusätzlich noch zuständig für die Parkflächen im öffentlichen Raum, betreibe das Facility Mangement für die Stadtwerke und kümmere mich auch um den deren Fuhrpark.“ Im vergangenen Jahr hat Dieter Heckmann siebzig bis achtzig Prozent seiner Arbeitszeit für die Asylsuchenden aufgewendet. Diese Situation hat sich nun verändert. Er wird sich nun weit mehr um die Belebung der Innenstadt kümmern können. „Für mich besitzen die Unterbringung der Flüchtlinge und das Citymanagment eine gewisse Schnittmenge, denn wenn man eine Stadt beleben will, dann braucht man Menschen, die hier wohnen. Und wenn man jetzt durch die Stadt geht, wird man wahrnehmen, dass mehr Menschen unterwegs sind. Es gibt bereits eine Belebung innerhalb der Stadt. “

Desweiteren gehört die Beseitigung von Leerständen zu seinen Aufgaben. Kein leichtes Unterfangen, denn Sulzbach hat – stärker noch als andere Städte in der Umgebung – mit dem Schrumpfungsprozess zu kämpfen, denn die Konzentration der Verbraucher auf das Internet und die großen Zentren in Neunkirchen und Saarbrücken zu kämpfen. Dieter Heckmann macht sich da auch keine Illusionen:  „Ich teile die Sulzbachtalstraße in zwei Bereiche auf: Den Teil von der Kreuzung nach Neuweiler bis hinter das Rathaus und den Teil dahinter Richtung Altenwald.“ In letzteren Bereich sieht Heckmann für weitere Geschäftsansiedlungen keine großen Chancen: „Dort gibt es keine Laufkundschaft mehr.“ Deshalb konzentriert er sich auf den Abschnitt zwischen Kreuzung und Rathaus, was nicht nur erfolgversprechender ist, sondern reale Verbesserungen gebracht hat. Dabei hat er verschiedene Aspekte berücksichtigt: „Es muss Ruhe- und Aktivzonen in der Stadt geben. Gleichzeitig benötigen wir die Grundversorgung, die über die vorhandenen Lebensmittelläden abgedeckt sind.“  Darüber hinaus möchte der Citymanager Dienstleister ansiedeln und Vereine dazu bewegen, ihre Aktivitäten ins Stadtzentrum zu verlegen, wie es beispielsweise gerade die Nodepirade getan haben.

Als sehr hilfreich bei der Beseitigung der Leerstände erwiesen sich die beiden von der Stadt aufgelegten Programme, die einerseits Modernisierungen und energetische Maßnahmen fördern, andererseits Unternehmern, die sich dazu entschließen, ein Geschäft in der Stadt zu eröffnen, Mietzuschüsse gewähren. „Das greift!“ bestätigt Dieter Heckmann und verweist darauf, dass aktuell zehn Anträge zur Unterstützung bei Baumaßnahmen vorliegen und bearbeitet werden. Dennoch ist er sich der Schwierigkeit seiner Aufgabenstellung bewusst: „Es ist jetzt 20 Jahre lang den Berg runter gegangen. Es geht nun nicht innerhalb von einem Jahr wieder den ganzen Weg hinauf.“ Aber die Zahlen lassen optimistisch in die Zukunft sehen: Von den 55 Ladenlokalen im Abschnitt Rathaus bis Kreuzung Neuweiler stehen nur noch sechs leer. Als Dieter Heckmann mit seiner Arbeit begann, gab es derer noch fünfzehn. Dazu zählten übrigens auch die ehemalige Buchhandlung Strauß und das Nachbargebäude, die nun bald abgerissen werden, um einen direkten Zugang zum Salzbrunnenensemble zu ermöglichen.

Dieses soll nun auch von der Umgestaltung des Geländes der ehemaligen Blaufabrik profitieren, die nach dem Vorbild eines ähnlichen Bereiches in Saargemünd erfolgen soll. Die Einbettung dieser weiteren Ruhezone in das Tourismuskonzept der Stadt findet Dieter Heckmann sehr wichtig. „Die Blaufabrik hat sehr viel mit der Geschichte der Stadt Sulzbach zu tun und das kann man durchaus auch zeigen.“ und er betont, dass von Seiten der Stadt in vielen Bereichen daran gearbeitet wird, die Attraktivität der Stadt Sulzbach zu erhöhen. Dazu könnte auch die Schaffung weiterer Parkplätze beitragen, was insbesondere von Seiten des Einzelhandels immer als ein großer Problempunkt angesprochen wurde. Hier könnte sich eine Lösung durch den Abriss der ehemaligen Rathausturnhalle abzeichnen.

Zur Person: Dieter Heckmann ist gebürtiger Sulzbacher. Hat eine Lehre zum Elektroinstallateur absolviert und dann in Wiesbaden Elektrotechnik studiert und mit dem entsprechenden Diplom abgeschlossen. Sein Berufsleben begann er als Jungingenieur bei Siemens in Frankfurt mit dem Aufbau des Facility Managements für den Flughafen Frankfurt und verschiedenen Banken. Als sich dann die Möglichkeit anbot nach Saarbrücken zurück zu wechseln hat er diese gerne ergriffen. Als dort der Bereich Anlagen geschlossen werden sollte, hatte Dieter Heckmann die Option nach München zu gehen, wechselte 1997 aber zu den Stadtwerken Sulzbach, um dort neue Geschäftsfelder zu entwickeln. 2006 ging er zu der neugegründeten KDI bis er vor anderhalb Jahren von Bürgermeister Michael Adam darauf angesprochen wurde, ob er sich die Position des Citymanagers vorstellen könnte. Diesen Posten begleitet er seit dem 1.1.2015.

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