Sozialministerin Bachmann präsentiert Zwischenbilanz zum Ersten Demenzplan des Saarlandes

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Gesundheitsministerin Monika Bachmann
„Gemeinsam für ein demenzfreundliches Saarland“ – Demenz braucht uns!
Der 2015 im Saarland begonnene Weg „Gemeinsam für ein demenzfreundliches Saarland“ hat in einem beteiligungsorientierten Prozess zu 29 ganz konkreten Maßnahmen geführt, die in den nächsten Jahren umgesetzt werden sollen. „Ziel ist es, die Würde der an Demenz erkrankten Menschen und ihre Angehörigen in den Mittelpunkt zu stellen. Ihnen soll soweit und solange wie möglich soziale Teilhabe ermöglicht werden“, so Sozialministerin Monika Bachmann.

Die zahlreichen im Demenzbereich ehren- und hauptamtlich Tätigen stellten heute eine erste Zwischenbilanz zum Demenzplan des Saarlandes vor. Ministerin Bachmann betonte: „Die Schulungen für Polizisten, für Museumsbeschäftigte, für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei Banken und in den Kommunen sorgen für ein besseres Verständnis und für mehr Sicherheit im Umgang mit den an Demenz erkrankten Menschen. Unverzichtbar sind weitere Aktionen zur Enttabuisierung dieses Themas und noch mehr Informationsangebote, um vielen Menschen auch die Angst vor dem Thema Demenz und/oder vor der Erkrankung zu nehmen. Demenz braucht uns alle!“

Insgesamt konnte in den ersten zwölf Monaten die Umsetzung von 25 der 29 Maßnahmen auf den Weg gebracht werden. Monika Bachmann betonte: „Mein Dank gilt den vielen Mitgestaltern. Allen Angehörigen wünsche ich viel Kraft und ermuntere sie gleichzeitig aber auch Unterstützungsangebote anzunehmen. Niemand muss sich schämen, wenn er Hilfe annimmt. Diese Botschaft müssen wir transportieren!“

Das iso Institut, Frau Kirchen-Peters, stellte die Ergebnisse einer Angehörigenbefragung zum Thema „Demenz“ vor. Die befragten Angehörigen waren durchschnittlich 61 Jahre. Die Menschen mit Demenz sind im Schnitt 81 Jahre alt. Über die Hälfte der Angehörigen ist nicht berufstätig. Bei den pflegenden Angehörigen handelt es sich zu 48 Prozent um Tochter oder Sohn sowie zu 34 Prozent um Ehegatten. 54 Prozent der Demenzkranken wohnen im Ehepaarhaushalt, 24 Prozent alleine, 20 Prozent bei anderen Verwandten.

Angehörige bestätigen den hohen Bedarf für die entwickelten Maßnahmen des Demenzplans. Sie bewerten sie größtenteils als wichtig bis sehr wichtig. Angehörige setzen ihre Prioritäten insbesondere auch auf die Stärkung der Kompetenz professionell Tätiger. Informations-, Beratungs- und Präventionsangebote sind für sie von hoher Bedeutung. Beim Ausbau von Unterstützung legen Angehörige ihren Fokus auf die Tages- und die Kurzzeitpflege sowie auf die stundenweise Betreuung zu Hause.

Die Ergebnisse und den Zwischenbericht finden Sie im Internet unter http://www.saarland.de/136770.htm

Hintergrund:
Ziel des Ersten Demenzplanes des Saarlandes ist es, in der überschaubaren Struktur des Landes vorhandene Dinge zu bündeln sowie konkrete, leistbare Handlungsschritte zu entwickeln, um sie dann in einem angemessenen Zeitrahmen nachhaltig umzusetzen. Dazu wurde 2015 mit Unterstützung des Ministeriums für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie, der Landesfachstelle Demenz und dem iso-Institut innerhalb von zwölf Monaten ein Verfahren zur Maßnahmenentwicklung unter einer breiten Beteiligung durchgeführt. In diesem partizipativen Prozess mit u.a. fünf Workshops und einer Online-Expertenbefragung wurden 29 ganz konkrete Maßnahmen in vier verschiedenen Handlungsfeldern vereinbart.

2016 wurde mit der Umsetzung in 25 von 29 Maßnahmen begonnen. 2017 dient der weiteren Umsetzung und Weiterentwicklung, sowie ihrer Bewertung in quantitativer und qualitativer Hinsicht. In einem Fortschrittsbericht bis Ende 2017 sollen noch fehlende Handlungsbedarfe festgestellt werden. Ab 2018 wird dann der 2. Demenzplan erarbeitet und schrittweise umgesetzt werden.

9,3 Prozent der über 65 jährigen Saarländerinnen und Saarländer leiden an einer Demenzerkrankung. Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung – also der wachsenden Zahl älterer Menschen – nimmt die Zahl der Demenzkranken kontinuierlich zu. Die meisten Demenzkranken leben im Regionalverband Saarbrücken, gefolgt vom Landkreis Saarlouis und dem Saarpfalz-Kreis.

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