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Wohlfahrtsverbände in der LASt für Flüchtlinge in Lebach  fordern bessere finanzielle Ausstattung

 

Die in der Landesaufnahmestelle für Flüchtlinge (LASt) in Lebach tätigen Wohlfahrtsverbände, die Caritaseinrichtungen (CV) Lebach), das Deutsche Rote Kreuz (DRK) und das Diakonische Werk an der Saar (DWSAAR) , haben in einem Pressegespräch am 28. April auf die schwierige Situation der Flüchtlinge in der Einrichtung aufmerksam gemacht. Zwar sei nach 2016 Normalität eingekehrt, doch die rasanten Veränderungen in der Asylgesetzgebung führten nicht nur zu Unsicherheiten auf Seiten der Flüchtlinge, sondern auch auf Seiten der handelnden Behörden und der Beratungsdienste der Wohlfahrtsverbände.

Derzeit leben  863 Personen (Stand 31.03.) in der LASt. Sie kommen aus Syrien, Iran, Irak, Eritrea, Somalia, Tschetschenien und vielen anderen Ländern. Viele von ihnen sind gezwungen, länger als sechs Wochen beziehungsweise dauerhaft dort zu wohnen.

Die meisten haben keinen gesicherten Aufenthalt in Deutschland. „Sie benötigen Unterstützung in der Bewältigung dieser Unsicherheit“, berichtete Rabea Pallien vom Psychosozialen Zentrum (PSZ) des DRK in der LASt. „Um zum Erhalt der psychischen Gesundheit beizutragen und den Erfolg der Integrationsmaßnahmen sicherzustellen, ist außerdem die Verarbeitung der posttraumatischen Belastungsstörung, also der Umgang mit Symptomen,  etwa Konzentrationsstörungen oder Schlafstörungen, erforderlich,“ betonte Pallien. Diese Arbeit im PSZ werde durch die Unsicherheit erschwert oder gar unmöglich gemacht.

„Durch die Vielzahl von Gesetzesänderungen im Ausländer- und Asylrecht, sei es sehr schwierig, den Flüchtlingen zu erklären, warum beispielsweise plötzlich nur noch subsidiärer Schutz, also erst einmal eine Aufenthaltsberechtigung für nur ein Jahr gewährt werde“,  sagte Helmut Selzer, von den Caritaseinrichtungen Lebach. Waren doch noch wenige Wochen zuvor Bekannte als Konventionsflüchtlinge anerkannt worden. „Auch den zweijährigen  Stopp beim Familiennachzug für subsidiär geschützte Flüchtlinge im Gegensatz zu den nach der Genfer Konvention anerkannten Flüchtlingen empfinden viele als ungerecht“, sagte Selzer.

Die Diakonie kümmert sich in Lebach insbesondere um alleinreisende Frauen und ihre Kinder. „In der LASt fehlen Rückzugsräume für Frauen, die häufig Gewalt oder sexuelle Übergriffe auf ihrer Flucht aber auch im Heimatland erfahren haben. Die Unterbringung in einer Sammelunterkunft mit Dichtbelegung und ständig wechselnden Bewohnerinnen und Bewohnern ist für sie sehr schwierig und belastend“, sagte Stefan Gebhardt vom DWSAAR. Hier lebten sie nicht selten mit fremden Männern auf einem Flur und müssten sich mit diesen die Küche und die einzige Toilette teilen. Immer wieder gebe es Beschwerden von alleine reisenden Frauen über Belästigungen. Nötig sei dringend eine umfassende Gewaltschutzkonzeption, die in der LASt Lebach noch nicht umgesetzt wurde, so Gebhardt. Hier arbeite das DWSAAR in Zusammenarbeit mit der Leitung der LASt aber an Verbesserungen.

Alle drei  Verbände sind im Bereich der Sozialberatung tätig. Die Nachfrage steige stetig. Hier sei in den letzten  Monaten vor allem eine erhöhte Anzahl an Beratungen zur Thematik der DUBLIN – III – Fälle zu verzeichnen. Das sind Flüchtlinge, die in einem anderen EU-Land registriert wurden, etwa in Ungarn, und jetzt dorthin zurück geschickt werden sollen.

Die Caritaseinrichtungen in der LASt in Lebach arbeiten vor allem in der vor- und außerschulischen Betreuung, Erziehung und Bildung von Kindern und Jugendlichen, die dort leben. Im Rahmen eines Bildungscoachings  werden sie in schulischen, ausbildungs- und arbeitsmarktbezogenen Angelegenheiten begleitet.  Es gibt verschiedene freizeitpädagogische Aktivitäten, die von den Wohlfahrtsverbänden veranstaltet werden, und niedrigschwellige Angebote zum Erlernen der deutschen Sprache, etwa bei der Diakonie und den Caritaseinrichtungen.

 

Um alle Aufgaben in der LASt zu bewältigen, sei eine bessere finanzielle Ausstattung der Beratungsarbeit erforderlich“, forderten die Verbandsvertreter. Nicht gedeckt seien etwa Kosten für Sprachmittlung, Sach- und Materialkosten. Bisher finanziert die Landesregierung lediglich einen Teil einer Vollzeitstelle pro Wohlfahrtsverband. Viele Projekte seien nur durch Zuschüsse, Eigenmittel der Verbände oder Sponsoren möglich. Dafür müssten mühsam Anträge geschrieben werden. Dies koste Zeit, die dann nicht mehr für die Arbeit mit den Menschen in der LASt zur Verfügung stehe.

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