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DJK Bildstock im Fokus des Saar-Fußballs

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Heinz Eigner, 1. Vorsitzender DJK Bildstock

Die DJK Bildstock hat sich übernommen: In den vergangenen Jahren haben sich Steuerschulden in einer Höhe angesammelt, welche die Existenz des Vereins bedrohen. „Man hat gar nicht geglaubt, dass es noch andere Dinge gibt, die man bezahlen muss, außer dem, was man investiert.“ antwortete Heinz Eigner, der 1. Vorsitzende des Vereins, auf die Frage, wie es dazu kommen konnte. Sprich: Die vor ihm tätige Vereinsführung hatte keine Rücklagen für Steuern und Abgaben gebildet.

Nun kommt dem Mehrspartenverein die missliche Situation des 1. FC Saarbrücken zu Gute, der vor zwei Jahren ohne Not seine Oberliga-Mannschaft abmeldete. Mit dem Ergebnis, dass für die allermeisten A-Jugendlichen mit Erreichen der Altersgrenze Schluss beim 1. FC Saarbrücken ist, denn mehr als drei Spieler werden nicht in den Profibereich hochgezogen. Der verbleibende Rest muss bei anderen Vereinen unterkommen. Eine wirklich völlig unverständliche Entscheidung, die von dem damaligen Sportdirektor Milan Sasic gefällt wurde. Bereits in der ersten Pressekonferenz seines Nachfolgers Marcus Mann kam dann zur Sprache, dass man versuchen werde, wieder eine U23 zu etablieren.

Die Statuten des Saarländischen Fußballverbandes sehen vor, dass ein neu angemeldetes Team unten in der Kreisliga beginnen muss. Keine wirklich reizvolle Situation für A-Jugendspieler, die gegenwärtig auf Oberligaliganiveau kicken. Sie hätten in dem Fall jedes Wochenende ein Trainingsspiel, was wohl meistens zweistellig zu Ihren Gunsten enden würde. Als nun die Saarbrücker von der Situation der DJK Bildstock hörten, kamen sie miteinander ins Gespräch. Und schnell wurden die Statuten durchforstet, ob nicht eine Kooperation oder eine Übernahme des Spielrechts der ersten Mannschaft der DJK möglich sei, denn diese wird ohnehin nicht mehr finanzierbar sein.

Die eingeschalteten Vereinsrechtler konnten offensichtlich einen Weg skizzieren, der zwar in den Statuten des Saarländischen Fußballverbandes nicht verankert, wohl aber in anderen Ländern möglich ist und dort auch schon zur Anwendung kam. Das wichtige dabei: Für das Bildstocker Spielrecht in der Saarlandliga würde ein für den Verein stattlicher Betrag fließen, der das Überleben des Gesamtvereins ermöglicht. Die Vorgehensweise wurde offensichtlich mit Andreas Schwinn, dem Geschäftsführer des Verbandes, entsprechend abgestimmt.

Als die Information sich via Saarbrücker Zeitung im Land verteilte, kam sofort massiver Protest auf, vor allem von Ralf Weiser, Spielausschussmitglied beim Fußball-Regionalverband Südwest und Vorsitzender des FC Wadrill. Eigner gehöre für seine Aussagen mit einer Geldbuße bestraft und: Was die Statuten nicht hergeben, kann auch nicht umgesetzt werden. Auch die Saarbrücker Zeitung legte nach und fragte die Trainer der aktuellen Saarlandligisten ab. Eine fragwürdige Aktion, die wohl vor allem gestartet wurde, um Stimmung gegen den „FCS-DJK-Deal“ zu machen. Denn diejenigen, die vom Abstieg bedroht sind, könnten im Falle einer Abmeldung der DJK Mannschaft in der Liga verbleiben, obwohl sie sportlich nicht qualifiziert wären.

Noch weniger vorteilhaft präsentierte sich Tage später der Saarländische Fußballverband, der in einer Pressemitteilung, erstellt von Harald Klyk, glatt negierte, dass Geschäftsführer Andreas Schwinn „grünes Licht“ für die Vorgehensweise von FCS und DJK Bildstock gegeben habe. Dabei wird dieser tatsächlich folgendermaßen in der SZ vom 7. April zitiert: „Im Moment ist die Rechtslage so, dass der 1. FC Saarbrücken das Vereinsrecht nutzt, um eine zweite Mannschaft an den Start zu bringen.“ Über Bildstock. Der Verband sei juristisch nicht in der Lage, dagegen ein Veto einzulegen. Über die DJK sagt Schwinn: „Wir haben das Spielrecht an den Verein erteilt.“ Entziehen will er es ihm nicht. „Das können wir nicht“.

Am gleichen Tag trat SFV-Präsident Schumann vor die SR-Kameras und gab bekannt, dass FCS und DJK Bildstock den eingeschlagenen Weg gehen könnten „wenn er sauber umgesetzt wird.“ Um dies zu beurteilen, habe man einen externen Sportjuristen um ein Gutachten gebeten. Auch der von Ralf Weiser ins Spiel gebrachte Verbandstag am 17. Juni wurde von Schumann bestätigt. Es stellt sich natürlich die Frage, was dieser beschließen kann, wenn die Rechtslage klar für den FCS-DJK-Deal spricht. Das Versagen der Spielgenehmigung eines daraus hervorgehenden Teams hätte für die DJK Bildstock schwerwiegende Folgen. Wie Heinz Eigner im Interview mit saarnews sagte, hängt davon der Bestand nicht nur der Fußballabteilung, sondern des ganzen Vereins ab, der ja auch andere Sparten wie das Bogenschießen oder Tennis beheimatet.

Unterdessen strukturiert der Vorstand um Heinz Eigner und Dr. Hans Henning Jank den Fußballbereich konsequent um. Die Kooperation mit dem Nachbarverein aus Friedrichsthal im Jugendbereich ist binnen weniger Wochen auf die Beine gestellt worden.

Klar ist auch, dass die bisherige zweite Mannschaft, die in der Bezirksliga spielt, zur ersten Mannschaft umgeformt werden wird. Mit dem Finanzamt sind klare Vereinbarungen getroffen worden. Wenn nun noch der „Deal“ mit dem 1. FC Saarbrücken greifen sollte, wäre die DJK Bildstock mit einem blauen Auge davon gekommen.

Weitere Informationen zu diesem Thema: www.djkbildstock.de

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