Ärztekammer fordert Werbeeinschränkungen bei Süßem und Junk-Food

Saarländische Ärzteschaft unterstützt Initiative von Verbraucherschutzminister Jost

Saarbrücken. Die saarländische Ärzteschaft unterstützt das Vorhaben von Verbraucherschutzminister Jost, sich bei der morgen in Saarbrücken beginnenden Verbraucherschutzministerkonferenz für mehr Kinderschutz bei der Lebensmittelwerbung einzusetzen. „Übergewicht und Adipositas bei Kindern entwickeln sich zu einer Epidemie,“ sagt Kammerpräsident Sanitätsrat Dr. Josef Mischo. „In den letzten vier Jahrzehnten hat sich die Zahl der fettleibigen Kinder weltweit verzehnfacht. In Deutschland ist mittlerweile jedes siebte Kind übergewichtig.“
Übergewicht kann bereits bei Kindern zu Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen oder Störungen im Zuckerstoffwechsel führen und leistet zahlreichen Spätfolgen im Erwachsenenalter Vorschub. Damit werden häufig schon in jungen Jahren die Weichen gestellt für schwerwiegende Folgeleiden. „Wir haben es hier mit einer tickenden Zeitbombe zu tun. Dieser Entwicklung müssen wir unbedingt konsequenter entgegenwirken. Und ein Punkt ist die Einschränkung der Werbung von fett- und zuckerreichen Lebensmitteln, besonders bei Kindern und Jugendlichen,“ betont Dr. Josef Mischo.

Weitere Maßnahmen seien, ungesunde Lebensmittel mit Steuern oder Kennzeichnungen zu versehen.  Nährwertangaben müssen klar und verständlich sein – und zwar auf einen Blick. Eine Ampelkennzeichnung auf Lebensmittelverpackungen kann für jeden leicht und verständlich den Gehalt an gesundheitsrelevanten Nährstoffen signalisieren, wie z. B. an Fetten, gesättigten Fettsäuren, Zucker. Darüber hinaus sind auch Steuern – ähnlich wie in Großbritannien – ein gut vorstellbares Mittel.

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