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FCS: Die Endspiele beginnen

In den vergangenen Wochen gab es viele Diskussionen um die Mannschaft des 1. FC Saarbrücken. Meist spielte sie „unter ihren Möglichkeiten“ und hatte regelrechte Ausfälle wie im Auftaktmatch gegen den FSV Frankfurt und der Pleite beim Aufsteiger Balingen. Die Ursachenforschung wurden von allen Seiten betrieben: Der Presse, den sportlich Verantwortlichen, den Fans und natürlich dem Trainerteam. Mal wurde geargwohnt, das Training sei falsch, sorge für die erstaunliche Anzahl an Muskelverletzungen, es  sei  insgesamt nicht anspruchsvoll genug und die Spieler deshalb nicht fit. Andere mutmaßten, dass die verlorene Relegation noch in den Köpfen der Spieler rumore. Wiederum andere meinten, dass das offensichtlich angespannte Verhältnis zwischen Trainer und Sportdirektor Mann bzw. Vize-Präsident Ferner, die den Trainer öffentlich kritisierten, für Unruhe und Verunsicherung innerhalb der Mannschaft sorgten. Da nun das letzte Heimspiel der Vorrunde bevorsteht kann man ohne großartige Analyse feststellen, dass offensichtlich eine Mischung als vielen Dingen zu der gegebenen Situation geführt hat.

Schon am Ende der letzten Saison waren trotz des überwältigenden Erfolges Risse zwischen Cheftrainer Lottner und seinen Vorgesetzten zu Tage getreten. Prinzipiell wollten beide weiterhin miteinander arbeiten. Doch über die Laufzeit gab es unterschiedliche Vorstellung. Die Vereinsverantwortlichen wollten nur ein Jahr, Lottner bestand auf zwei Jahren. Nach der – sehr unglücklich – verlorenen Relegation gab Präsident Ostermann, ob im Überschwang der Gefühle oder unter dem Eindruck, dass die Fans sonst rebellieren könnten, bekannt, dass man den Trainer unbedingt halten wolle. Der wollte einen Zweijahresvertrag und bekam ihn.
Die Suche nach Neuverpflichtungen gestaltete sich schwierig. Insbesondere das Ersetzen der beiden Superstürmer – und mentalen Leader – gelang nicht. Das kann man heute sicherlich feststellen. Daran Schuld mag die „Marktsituation“ gewesen sein. Andererseits sollte den Verantwortlichen klar gewesen sein, dass man sich auf dünnes Parkett begibt, wenn man Spieler verpflichtet, die eine schwierige Verletzungshistorie mit sich bringen. Und dieses Problem offenbarte sich auch sehr bald: Kurz nach Beginn der Runde stand der 1. FC Saarbrücken komplett ohne Sturm da, so dass ein Nachsteuern am Ende der Transferperiode nötig wurde.

Insgesamt lieferte das Team in der Folge sehr unterschiedliche Leistungen ab: Mal konzentriert und selbstbewußt wie gegen die SV Elversberg, mal fahrig und flau wie in Ulm. Dennoch konnte man den Spielern nie vorwerfen, dass sie nicht kämpften. Sie bäumten sich immer wieder gegen drohende Niederlagen auf und waren – wie zuletzt in Ulm – dann auch erfolgreich. Am Willen und am internen Zusammenhalt scheint es nicht zu liegen.
Eigenartig ist aber, dass sich doch viele Stammspieler der letzten Saison nicht auf der Höhe befinden. Und von den Neuverpflichtungen hat gegenwärtig lediglich Fabian Eisele einen Stammplatz ergattert, wobei man das oft beherzte wie erfolgreiche Auftreten von Gillian Jurcher nicht vergessen sollte. Sein Pech ist vielleicht, dass er, selbst wenn er spät ins Match hineingeworfen wird, für die entscheidenden Impulse sorgen kann.

Noch fünf Spiel gilt es bis zur Winterpause zu absolvieren, davon drei Heimspiele. Die Gegner sind allesamt schlagbar, stehen teilweise am Ende der Tabelle. Wenn die Mannschaft noch an das vorgegebene Saisonziel „Aufstieg“ glaubt, dann muss man aus diesen Spielen die volle Punktzahl mitnehmen, denn leichter wird´s nicht mehr. Vielleicht hilft ja auch die offensichtliche Erkenntnis, dass man wohl definitiv zur Zeit nicht den besten Kader der Liga besitzt und sich dieses Privileg erst noch einmal erarbeiten muss. Und so steht auch im Vorwort des Präsidenten Hartmut Ostermann zu morgigen Spiel zu lesen: „Vielleicht tut es den Jungs ganz gut, dass wir nun in der Rolle des Jägers sind. Immerhin. Aus den vergangenen vier Spielen konnten wir zehn Punkte einfahren und wir sollten weiterhin von Woche zu Woche schauen und versuchen, das Maximum herauszuholen.“

Sehen Sie hier die Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Hoffenheim II: