Montag, September 26, 2022
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Abschied nach mehreren tausend Gottesdiensten

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Rudi Winckler geht nach 60 Jahren als Organist in den Ruhestand

Jedes Detail von „seiner“ Orgel kennt er, mit Leidenschaft kann er von ihr erzählen. Nun heißt es Abschied nehmen nach einer fast lebenslangen Partnerschaft. Zum Diamantenen Jubiläum, nach sechs Jahrzehnten, beendet Rudolf „Rudi“ Winckler im Oktober seinen Dienst als Organist in der Evangelischen Matthäuskirche in Saarbrücken-Burbach. 

Schon von Kindesbeinen an war Winckler musikbegeistert. Als Grundschüler in Sulzbach-Altenwald lernte er das Klavierspiel. Sein damaliger Lehrer Theo Schäfer, der damals auch Organist war, brachte ihm im Alter von 12 Jahren die Orgel nahe. Sieben Jahre nahm er daraufhin Unterricht bei dem bekannten Kirchenmusikdirektor Karl Rahner, der seinerzeit die Saarbrücker Kirchenmusik prägte. Auf dessen Empfehlung kam es, dass Rudolf Winckler am 1. Oktober 1962, als 22-jähriger, seinen ersten offiziellen Gottesdienst an der Orgel in der Burbacher Evangelischen Kirche begleiten durfte. Er blieb der Kirche, die im Folgejahr den Namen „Matthäuskirche“ erhielt, ein Leben lang treu. 

Winckler und die Orgel in der Matthäuskirche – ein Paar, das zusammengehörte, nicht nur in den sonntäglichen Gottesdiensten. Sie teilen auch gemeinsam das 60-jährige Jubiläum. Nur wenige Monate, nachdem Winckler als Organist in Burbach anfing, wurde die damals neue Orgel der Göttinger Firma Paul Ott in Dienst genommen. „So an die viertausend Gottesdienste“, so Winckler, hat er seither bespielt, die Kindergottesdienste nicht mitgezählt. Hinzu kommen zahlreiche Konzerte in Burbach und anderen Gemeinden. 

Und Winckler war einer, der nie ankam, sich immer weiterentwickeln wollte. Als ihn ein Augenleiden dazu zwang, den Schuldienst mit gerade einmal 47 Jahren frühzeitig aufzugeben, studierte er die Stücke für den nächsten Gottesdienst bzw. für das nächste Konzert zuhause ein. Zu Spitzenzeiten konnte er Stücke im Umfang bis zu zwölf Stunden Spielzeit auswendig. Für Choräle schrieb er sich die Melodie mit Buchstaben nach, dazu den Bass mit eigener Notation, sodass er nicht auf die Noten angewiesen war. Und selbst Digitalisierung und Corona-Pandemie konnten das Urgestein nicht abschrecken. „Er kam, sah und spielte“, sagt der Burbacher Pfarrer Dieter Winterhagen – auch in Onlinegottesdiensten, aber immer mit dem Wunsch nach Weiterentwicklung, Verbesserung.

Ein besonderes Anliegen war dem heute 82-jährigen, der bis zu seiner Pensionierung hauptberuflich als Grund- und Hauptschullehrer tätig war, Kinder für die Musik zu begeistern. Regelmäßig in den 70er- und 80er-Jahren durften sie sich im Kindergottesdienst an Orff-Instrumenten versuchen, während Winckler begleitete.

All das kam an in seiner Kirchengemeinde und auch in den Nachbargemeinden, in denen er oft Vertretungsdienste übernahm. Winckler habe „immer wieder durch sein Spiel Akzente gesetzt“, würdigt Pfarrer Winterhagen das langjährige Engagement des Organisten. „Für mich war es oft so, dass ich das Orgelspiel als ganz eigene Predigt empfand. Oft besser als meine eigene.“

Den Abschied empfindet Winckler als Erleichterung, denn „dann muss ich mich um nichts mehr kümmern“. Er werde aber weiterhin Orgal spielen und sich fit halten, um Vertretungen machen zu können, wenn er gebraucht werden sollte. „So ganz ohne Orgel geht nicht“, sagt er.

Info

Rudolf Winckler wird in einem festlichen Gottesdienst am Sonntag, 9. Oktober, 10 Uhr, in der Matthäuskirche in Saarbrücken-Burbach (Noldplatz) verabschiedet. Ulrich Seibert, Kreiskantor des Evangelischen Kirchenkreises Saar-West, sowie ein Posaunenensemble werden den Gottesdienst musikalisch begleiten.

Quelle: evks

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