Montag, Mai 10, 2021

Das Katzenhaus: Die Anlaufstelle für Fundtiere in Oberwürzbach

Politik

Wie ein besonderer Lichtpunkt steht das Oberwürzbacher Katzenhaus am Hang der Farrenbergstraße. Für viele kleine und große Tiger war und ist es die lebensrettende Zuflucht.

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Das KATZENHAUS in der Farrenbergstraße 1 in Oberwürzbach.

Denn nicht wenige Tiere befinden sich hier, weil sie ausgesetzt wurden. Man würde denken, dass solch ein Tier, das hervorragend jagen kann, sich eigentlich auch in der Wildnis durchschlagen kann, aber das ist meist nicht der Fall. Es sind die hygienischen Verhältnisse, die den Hauskatzen zum Schicksal werden. Bakterien und Viren, die sie über die Umwelt und die Nahrung aufnehmen, Kälte, Hitze, Wetter. Dafür sind unsere Stubentiger nicht geeignet und deshalb ist es wichtig, dass sie in Oberwürzbach eine Heimat finden.

Aktuell wurden Katzen aus einer Tierrettung in Saarbrücken aufgenommen. Die grausige Nachricht erschien bereits am Sonntag, den 07.03.2021, zum ersten Mal in den lokalen Medien. In einem verwilderten Gartenhaus in einer Schrebergartenkolonie in Saarbrücken-St. Arnual waren hunderte toter Katzen gefunden worden. Einziger Lichtblick sind die bisher 40 überlebenden Tiere, die von unermüdlichen Rettern geborgen werden konnten.

Sieben dieser Katzen wurden am Montag durch Mitarbeiter des Tierschutzbundes Saarland ins Katzenhaus Oberwürzbach gebracht. Alle sind in einem desolaten Gesundheitszustand und werden nun intensiv betreut. Es handelt sich um drei unkastrierte Kater und vier Katzen, von denen mindestens zwei tragend sind.

In den nächsten Wochen wird es vor allem einen hohen Bedarf an verträglichem Gastro-Futter und natürlich hohe Aufwendungen für medizinische Betreuung geben. Jegliche Unterstützung, auch in Form von Sachspenden wie z.B. dem Nass- und Trockengastro-Futter der Firma Royal Canin, oder auch Gutscheine für den Fressnapf Markt in St. Ingbert, ist eine große Hilfe.

Für Spenden können unser Konto bei der Bank 1 Saar mit der
IBAN DE69 5919 0000 0072 8430 02
oder unser PayPal Konto
katzenfreunde-wadgasse.spenden@gmx.de genutz werden.

Die Mitarbeiter des Katzenhauses danken allen Unterstützern und besonders den Einsatzkräften vor Ort für ihre Bemühungen, den überlebenden Katzen eine Chance auf ein neues Leben zu ermöglichen. Der Fall zeigt noch einmal deutlich, wie wichtig die neue Kastrationsverordnung ist, die im Januar in Kraft getreten ist. Eine unkontrollierete Vermehrung geht mit viel Tierleid und Krankheiten einher – ein vermeidbares Schicksal.

Aber nicht nur ausgesetzte Tiere finden sich hier, sondern auch solche, deren Halter – oft aus Altersgründen – nicht mehr in der Lage waren, sich um die Katzen zu kümmern. Bei wieder anderen sind es die finanziellen Verhältnisse, die sich verschlechtert haben, so dass es schwierig wurde, die Haustiere durchzufüttern. „Es gibt eine Vielzahl von Gründen, warum die Katzen zu uns gebracht werden“ sagt Susanne Conrad, die für die Öffentlichkeitsarbeit des Oberwürzbacher Katzenhauses zuständig ist.  

Und so hat jede/r der kleinen Bewohner seine/ihre eigene Geschichte, die Susanne Conrad erzählt, während wir  die Gehege besichtigen und ein Tier nach dem anderen begrüßt wird. Manche Katzen verhalten sich ausgesprochen scheu, andere kommen und streifen entlang der Beine ihrer Besucher und wollen gestreichelt werden. Alle besitzen ihren eigenen Charakter und deshalb haben es manche schwerer, ein neues Herrchen zu finden. „Nicht alle wollen hochgehoben und gebobbelt werden. Man weiß nicht, was ihnen widerfahren ist“ erklärt Susanne Conrad, „Es ist wie bei den Menschen“.

Und deshalb wird im Oberwürzbacher Katzenhaus auch sehr darauf geachtet, dass es im neuen Heim auch für Herrchen und Katze passt. In der Regel werden zumindest die jungen Stubentiger nur zu zweit vergeben. „Sie brauchen einfach Artgenossen, um sich ausprobieren und entwickeln zu können“. Die Vermittlungsquote ist hoch, gerade wenn es um Würfe geht.

Eine besondere Unterstützung erhielt das Katzenhaus, das vom Verein der Katzenfreunde e.V. geführt wird, jüngst vom Saarländischen Umweltministerium. Dort wurde nämlich die Kastrationspflicht bei freilaufenden Katzen eingeführt, mit dem Ergebnis, dass nun der Staat die Kosten dafür übernimmt und nicht mehr der Verein der Katzenfreunde. An Aufgaben mangelt es dem Verein trotzdem weiterhin nicht, so werden beispielsweise Fahrten für Tierarztbesuche für KatzenhalterInnen übernommen. Außerdem müssen die in Spitzenzeiten bis zu 70 kleinen Gäste immer bewacht werden, zumal Neuzugänge zuerst einmal zwei Wochen in einer Quarantänestation verbringen müssen, wo sie tierärztlich untersucht und gegebenenfalls therapiert werden. 

Hinter dem Katzenhaus befinden sich darüber hinaus Holzhäuschen und ein Freigehege für Streuner aus der Umgebung, die bei schlechtem Wetter oder knapper Ernährungslage ebenso Unterschlupf finden wie trächtige Katzenmütter, die ihre Jungen auf die Welt bringen möchten. Haus und Grundstück wurden dem Verein der Katzenfreunde übrigens vor zwanzig Jahren von einer älteren Dame vererbt, die das Werk des Vereins besonders schätzte. Seither haben die Katzen der Umgebung in Oberwürzbach eine Zuflucht, die vom Team um die Vereinsvorsitzende Beatrice Speicher-Spengler gehegt und gepflegt wird. Während unseres Besuchs wurde beispielsweise gerade im oberen Geschoss ein Raum renoviert. Auch ansonsten befinden sich die Katzen in einem sehr häuslichen Umfeld, das keineswegs den Eindruck eines Verschlags vermittelt wie man es vielleicht von anderen Einrichtungen kennen mag.

Trotz aller Unterstützung von ehrenamtlicher Seite sieht sich der Verein angesichts coronabedingt ausgefallener Feste und Märkte, an denen man sich Einnahmen verschaffen konnte, natürlich gegenwärtig in einer schwierigen Situation. Wie bei vielen anderen Vereinen laufen die Kosten trotz Mindereinnahmen unverändert weiter. Wer also die Arbeit des Vereins der Katzenfreunde und des Oberwürzbacher Katzenhauses unterstützen möchte, der kann sich jederzeit gerne an den Verein wenden. Ebenso natürlich Menschen, die einem Tier ein neues Zuhause bieten wollen oder solche, die Schwierigkeiten haben, ihr Tier zu versorgen.

Kontakt:

Verein der Katzenfreunde e.V., 

Wadgassen 

Mitglied im Deutschen 

Tierschutzbund Landesverband Saarland 

Glockenstraße 57 

66787 Wadgassen

………………………………………………..

Katzenhaus Oberwürzbach 

Farrenbergstraße 1 

66386 St. Ingbert 

Telefonischer Kontakt: 

06894-888093 (Katzenhaus) 

06834-47904 (Frau Speicher-Spengler)

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